Senioren


19. Oberfränkisches IG BAU-Seniorentreffen in Grafengehaig


© IG BAU (Klaus-Peter Wulf)
30.07.2018
Mit über 300 Personen war das 19. Oberfränkische Seniorentreffen der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) am 25. Juli in der Frankenwaldhalle in Grafengehaig gut besucht.

Der IG BAU-Bezirksvorsitzende Gerald Nicklas freute sich über eine wieder gutgefüllte Halle, die zeige, dass die Senioren weiterhin treu und aktiv zu ihrer Gewerkschaft stehen sowie sich für diese engagieren. Nicklas bedankte sich beim ausgeschiedenen oberfränkischen Seniorenbeauftragten Günther Schmidt für seine geleistete Arbeit und wünschte ihm im Namen der Versammelten eine gute Genesung. Der stellvertretende Senioren-Vorsitzende Roland Stadtler führt die Arbeit Schmidts fort.

„Den Menschen geht es besser dank der Arbeit der starken Gewerkschaften in den zurückliegenden Jahrzehnten“, betonte der Bezirksvorsitzende. Er bat die Mitglieder, ihre Kollegen anzusprechen sich mit zu organisieren, denn nur gemeinsam sei man stark und trage die Ideale fort, um auch in Zukunft erfolgreich die Interessen der Arbeitnehmerinnen und –nehmer zu vertreten.

„Die IG BAU-Seniorinnen und -Senioren sind eine verlässliche Größe und unterstützen die gewerkschaftliche Arbeit weiterhin, so gut sie können“, sagte die Vorsitzende des Bundesseniorenvorstandes Elke Gabe aus Suhl, die mit einer Delegation dem Grafengehaiger Treffen beiwohnte. Sie verwies auf die neuaufgelegte Broschüre „Rente-Wohnen-Gesundheit“ der IG BAU, die Schwachstellen und Probleme aufzeige. Mit den enthaltenen Forderungen wende man sich an die Öffentlichkeit und fordere die Politik auf, diese umzusetzen.

Hauptredner der Nachmittages war der ehemalige bayerische DGB-Vorsitzende Fritz Schösser. Er bedankte sich bei den Senioren für ihre gewerkschaftliche Gesinnung sowie das Eintreten in der und für die IG BAU. „Alle Gewerkschaftler stehen für ein soziales Europa und wollten in einem Land leben, in dem es Wohlstand für alle gibt. Nicht aber in einem Land der Wohlhabenden, in dem die Schere zwischen arm und reich immer größer wird“, betonte Schösser.

Die Beschäftigung sei auf einem Höchststand, aber vor allem wegen der Explosion von Leiharbeit, Niedriglöhnen und Werkverträgen. Zwar seien die Einkommen gewachsen, doch während die oberen zehn Prozent in den letzten Jahren ein dickes Plus verzeichneten, sei die Kaufkraft der unteren 30 Prozent gesunken. Hinzu kämen explodierende Mieten und steigende Abgaben. Auch die arbeitslosen Kolleginnen und Kollegen vergaß Schösser nicht und sagte, Hartz IV habe nicht Beschäftigung gefördert, sondern Armut und Arbeitslose.

Mit Blick auf die aktuelle Flüchtlingspolitik kritisierte der ehemalige bayerische DGB-Vorsitzende den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder sowie den CSU-Parteivorsitzenden und Bundesaußenminister Horst Seehofer, denen nicht mehr anderes einfalle als eingrenzen, ausgrenzen, Obergrenzen, Grenzpolizei, Grenzkontrollen, Schleierfahndungen, Verwahrung und Rückführung sowie Abschiebung. Notwendig sei mehr Personal, nicht eine Doppelzuständigkeit der Polizei – weder an den Grenzen noch zwischen Bund und Land.