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25 Jahre Deutsche Einheit – was hat sich für die Beschäftigten getan?

IG BAU-Regionaltag SATS am 5. September: IG BAU zieht Bilanz


© IG BAU (Sascha Wollert)
17.09.2015
Von den Löhnen, über die Tarifverträge bis zu den Renten: Auch 25 Jahre nach der Wiedervereinigung wird in Ost und West noch nicht mit gleichem Maß gemessen. „Trotzdem hat sich für die Beschäftigten viel getan.

Und zwar gerade dort, wo die Gewerkschaften im Osten stark sind“, sagt Mirko Hawighorst von der IG BAU Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen (SATS). Jetzt sei es Zeit für eine genaue Bilanz.

Zusammen mit der Ostbeauftragten der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD), hat die IG BAU am Samstag, 5. September 2015, in Schkeuditz zurück geblickt – auf 25 Jahre Einheit aus Sicht der Beschäftigten.

„Besonders viele Arbeitnehmer in Mitteldeutschland profitieren vom gesetzlichen Mindestlohn und von der Rente ab 63. Dafür haben sich die Gewerkschaften lange eingesetzt“, sagt Hawighorst. Aber auch vor Ort hätten die Beschäftigten große Erfolge erreicht. Zum Beispiel beim Baustoffunternehmen Schwörer Haus in Coswig: „Hier haben die Mitarbeiter 2011 nach Streiks einen eigenen Haustarifvertrag durchsetzt. Aber auch in der Gebäudereinigung und auf dem Bau haben die Beschäftigten durch gemeinsamen Druck viel herausgeholt“, so der stellvertretende Regionalleiter der IG BAU in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen.

Der Gewerkschafter sieht jedoch besonders die Politik in der Verantwortung, für gleiche Lebensbedingung in Ost und West zu sorgen. Hier erwartete man eine kritische Bilanz der Ostbeauftragten Iris Gleicke. „Wir haben die politische Einheit. Aber bei der sozialen Einheit hapert es noch an vielen Stellen“, sagt Mirko Hawighorst. Es könne nicht sein, dass ein Arbeiter in Görlitz im Schnitt immer noch 20 Prozent weniger verdiene als sein Kollege in Göttingen. „Aber die Tarif-Erfolge in den letzten Jahren zeigen auch: Die Beschäftigten haben es in der Hand, mit der Ungleichheit zwischen Ost und West Schluss zu machen. Dafür brauchen wir starke Gewerkschaften“, so Hawighorst.

Auch an Erfolge wurden beim Regionaltag der Region SATS erinnert. Vanessa Krippendorf, JAV-Vorsitzende der Strabag Direktion Hannover/Magdeburg erichtete, wie es die JAVen bei Strabag mit Hilfe der IG BAU geschafft haben, eine Gesamtbetriebsvereinbarung bei der Strabag AG zur Übernahme sämtlicher zusätzliches Ausbildungskosten hinzubekommen. Sven Lathan, Betriebsrat bei Schwörer Haus Coswig, blickte noch einmal auf die Tarifverhandlungen und Aktionen für einen Haustarifvertrg zurück. Elf Tage hatten die Beschäftigten damals streiken müssen. Die Unterstützung der IG BAU - so beide übereinstimmend - hat uns ans Ziel gebracht.

Harald Schaum, Stellvertretender Bundesvorsitzender der IG BAU© IG BAU (Sascha Wollert)
Mirko Hawighorst, Stellvertretender Regionalleiter SATS © IG BAU (Sascha Wollert)
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Iris Gleicke MdB, Ostbeauftragte der Bundesregierung © IG BAU (Sascha Wollert)
Vanessa Krippendorf, JAV-Vorsitzende Strabag Direktion Hannover/Magdeburg © IG BAU (Sascha Wollert)
Sven Lathan, BR Fa. Schwörer Haus Coswig © IG BAU (Sascha Wollert)
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