Gebäudereinigung


Aktion „Clean Flight“: Gebäudereiniger gehen in den Warnstreik


© IG BAU
05.03.2015
Volle Mülleimer, ungewischte Böden und kein Papier auf der Toilette – das Terminal 2 auf dem Frankfurter Flughafen wurde am Mittwoch für zwei Stunden nicht geputzt. Von 10 Uhr bis 12 Uhr ließen die Gebäudereiniger Kehrmaschine, Wischmopp und Putzeimer stehen. Die Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG BAU setzt mit der Aktion „Clean Flight“ ein Zeichen gegen die „unsauberen Praktiken“ der Flughafen-Betreiber.

„Wir fordern etwas Selbstverständliches: respektvolle Behandlung und saubere Arbeit“, sagt Klaus-Dieter Körner, stellvertretender Regionalleiter der IG BAU in Hessen.

Bis jetzt sind die rund 100 für das Terminal 2 zuständigen Gebäudereiniger bei der Firma GCS beschäftigt, einer 100-prozentige Tochter des Flughafen-Betreibers Fraport. Die Terminal-Reinigung wurde neu ausgeschrieben. Nachdem sich GCS gar nicht erst beworben hatte, bekam die Reinigungsfirma Sasse Aviation Service den Zuschlag, so die IG BAU. Diese wolle nun offenbar die Gebäudereiniger übernehmen – allerdings zu geänderten Konditionen. Die Beschäftigten sollen, „billig abgeschoben“ werden, sagt Körner. Bei der neuen Firma erwarte sie „hartes Turbo-Putzen“: weniger Zeit, enorme Leistungsverdichtung und damit auch viel mehr Arbeitsdruck bei wegfallenden Lohn-Zuschlägen.

Mehrmals hatte die IG BAU bereits versucht, Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag mit der Geschäftsleitung der GCS zu führen – bisher jedoch ohne Erfolg. Auch die Reinigungskräfte selbst möchten nicht wechseln, sagt Körner. „Der Frust ist groß. Manche der Reinigungskräfte arbeiten seit über 20 Jahren bei GCS und können nicht verstehen, warum mit ihnen so umgegangen wird.“ Zudem könnten die Reinigungskräfte doch auch in anderen Bereichen des Flughafens, die die Firma GCS reinigt, eingesetzt werden, so Körner. Dies lehne GCS allerdings strikt ab.
Bis jetzt beschäftige die Firma bereits weit über 200 Leiharbeiter – offenbar sei es wichtiger, diesen Bereich auszubauen und sich nicht weiter um langjährig Beschäftigte zu kümmern. Das Maß sei voll, die Geduld am Ende, so die IG BAU. Deshalb hieß es „Ab in den zweistündigen Putz-Ausstand für faire und respektvolle Arbeitsbedingungen am Frankfurter Flughafen.“

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