Senioren


Arbeit soll sich wieder lohnen!

Großer Andrang bei der Diskussion mit der SPD-Bundestagsabgeordneten.
Großer Andrang bei der Diskussion mit der SPD-Bundestagsabgeordneten. © IG BAU (Bernd Unbescheid)
25.03.2013
Unsere Kollegin Iris Gleicke, (SPD) Bundestagsabgeordnete, diskutierte mit mehr als 50 Kolleginnen und Kollegen des IG BAU-Bezirksverbandes Erfurt über das neue Rentenkonzept der SPD im Bundestagswahlkampf. Auf Einladung des Bezirksseniorenvorstandes erläuterte Iris Gleicke die Vorstellungen der SPD zu mehr Rentengerechtigkeit, vor allem aber wie Altersarmut verhindert werden kann.

Die SPD unterstützt dabei die berechtigte gewerkschaftliche Forderung: „Rente muss zum Leben reichen“. In ihren einleitenden Ausführungen machte sie deutlich, dass die Voraussetzung für eine ausreichende Rente im Alter während des Berufslebens geschaffen wird. Aus diesem Grund unterstützt die SPD das Anrecht gleiche Mindestlöhne in Ost und West. Damit würde auch die unsägliche Abwanderung von Fachkräften aus Thüringen eingeschränkt werden. Wer mindestens 45 Jahre Beitrag gezahlt hat, sollte mit 63 Jahren ohne Abschläge in Rente gehen können.

Gegenwärtig würden Rentner in den östlichen Bundesländern etwa zwölf Prozent weniger Rente als in den westlichen Bundesländern erhalten. Eine sofortige Anhebung würde dem Steuerzahler jährlich rund 12 Milliarden Euro kosten. Dies sei nicht zu schultern. Deshalb setze die SPD auf einen Stufenplan, in dem die Angleichung bis 2019 erfolgen kann. Eine wichtige Voraussetzung ist: Gleiche Löhne für gleiche Arbeit – in Ost und West! Und für all diejenigen, die durch geringe Einkommen dennoch nicht abgesichert sind, soll es eine Solidarrente geben. Diese soll mit mindestens 850 Euro beginnen.

In der anschließenden Diskussion machten einige Teilnehmer ihre große Enttäuschung über die SPD deutlich. Sie betonten, dass die SPD-Beschlüsse zur Agenda 2010 viel Vertrauen durch die Lockerung des Arbeitsmarktes mit der Einführung der Leiharbeit verloren hat.

Weitere Schwerpunkte der Diskussion waren das Verlangen nach einer solidarischen Bürgerversicherung, in die alle entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit einzahlen. Zugleich wurde auf die Wiederherstellung der paritätischen Finanzierung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern hingewiesen.

Iris Gleiche beantwortete die vielen Fragen und ging auf die aufgezeigten Probleme ein. „Politik“ führte sie aus, „ist die Abwägung des Machbaren“. Sie machte deutlich, dass politische Entscheidungen zum einen durch den Bundestag aber auch durch den Bundesrat zu beschließen sind. Solidarität untereinander ist genau so wichtig wie Solidarität zu anderen europäischen Ländern. Abschließend bedankte sie sich für das Interesse der Teilnehmer: "Mir brennt das Herz für solche Themen."

Egal, was jeder der Anwesenden für eine Ansicht über die demokratischen Parteien hat, gilt für alle der gleiche Grundsatz: Wählen gehen!

Für eine Fortsetzung der Diskussion über Versprechungen und deren Realisierung der im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien, lädt der Seniorenarbeitskreis zu einem Dialog mit Vertretern aller Fraktionen für den 11. April 2013 in das Seniorenzentrum Erfurt ein.

Ein Beitrag unseres Kollegen Bernd Unbescheid.

Iris Gleicke (MdB) mit der Bundesseniorenvorsitzenden Elke Garbe © IG BAU (Bernd Unbescheid)