Der Rückgang gegenüber Dezember 2010 war bei den Bauarbeitern damit erneut stärker als in der Gesamtwirtschaft – auch wenn längst nicht alle Arbeitslosen in der Statistik enthalten sind.
Das liegt vor allem an der außerordentlich guten Baukonjunktur. Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet die deutsche Bauwirtschaft für das „Rekordjahr“ 2011 mit einem realen Wachstum des Bauvolumens um 5,1 Prozent. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) jubelte: „Im Jahr 2011 waren die Umsätze so stark gestiegen wie seit 1994 nicht mehr.“ Das Umsatzplus der Unternehmen betrug nominal 9,5 Prozent, nach Abzug der Preissteigerung immerhin noch 6,5 Prozent.
Für das neue Jahr rechnen die Forscher des DIW mit einer „Stagnation auf hohem Niveau“. Gründe dafür seien die generelle Abschwächung der Konjunktur sowie eine Investitionszurückhaltung bei Maßnahmen zur energetischen Sanierung von Wohngebäuden aufgrund unklarer Förderbedingungen.
Das Bauhauptgewerbe prognostiziert für 2012 noch ein Umsatzplus von nominal 2,5 Prozent oder real einem Prozent vor allem dank weiterhin „starker Impulse aus dem Wohnungsbau“, so der HDB. Sorgenkind ist hier der öffentliche Bau, da die Konjunkturprogramme, die 2011 noch mit rund sechs Milliarden Euro zu Buche geschlagen hätten, nun endgültig ausgelaufen sind. Das kritisiert auch die IG Bauen-Agrar-Umwelt: Der Wirtschaftsexperte beim IG BAU-Bundesvorstand, Martin Mathes, sieht „enormen Handlungsbedarf bei der Politik, Zukunftsinvestitionen in Infrastruktur und energetische Gebäudesanierung zu stärken“.
Ein Beitrag unseres Kollegen Michael Knoche-Gattringer.