Bauhauptgewerbe


Attraktivität der Bauberufe steigern – die Tarifvertragsparteien sind gefordert

Stimmen der Bau-Tarifvertragsparteien zur Studie „Ausbildung als Zukunft der Bauwirtschaft“


© IG BAU
31.05.2012
„Die Studie belegt eindrucksvoll, dass gute Berufsperspektiven einen wesentlichen Faktor für eine Ausbildung am Bau darstellen.“, bewertet Dietmar Schäfers, Stellvertretender Bundesvorsitzender der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, die Ergebnisse der Studie.

„ Es geht aber nicht nur darum, junge Menschen für den Bau zu gewinnen, sondern sie auch als qualifizierte Facharbeiter in einem attraktiven Baugewerbe zu halten. Zur Attraktivität gehört unter anderem ein durchgängiges System der Fort- und Weiterbildung nach der Berufsausbildung, Arbeitssicherheit, gutes Einkommen sowie eine ausreichende Altersabsicherung wie etwa eine zusätzliche berufsspezifische Rentenzahlung.

Diese Herausforderung gilt es zügig anzugehen, um dem absehbaren Facharbeitermangel zu begegnen. Die Bauwirtschaft hat auch vor dem Hintergrund der enormen gesellschaftlichen, nachhaltigen baulichen Aufgaben, die Attraktivität der Bauberufe und deren Image zu steigern. Hier sind die Tarifvertragsparteien gefordert.“

Frank Dupré, Vizepräsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes:

„Das Vorurteil, die Berufswahlentscheidung für einen der Bauberufe sei oft nur zweite oder dritte Wahl, ist durch die Studie eindrucksvoll widerlegt worden. Fast alle befragten Jugendlichen haben sich mit ihrer Berufsausbildung am Bau zufrieden gezeigt und die Attraktivität der Ausbildungsberufe sowie die Qualität der betrieblichen und überbetrieblichen Ausbildung hervorgehoben.

Die Studie hat auch gezeigt, dass vor allem drei Kriterien den Ausschlag bei der Wahl des Ausbildungsberufes geben: der Spaß an der Arbeit, die Berufsperspektiven im Anschluss an die Ausbildung und der Praxisnutzen einer Ausbildung am Bau.

Die Aussagen der direkt Betroffenen, welche vor einer Berufswahlentscheidung stehen oder sich bereits für einen Bauberuf entschieden haben, sind damit deutlich positiver als die allgemeinen Ansichten. Daraus ergibt sich für uns die Aufgabe, im Rahmen der Fachkräftesicherung vor allem an einer Imageverbesserung der Deutschen Bauwirtschaft zu arbeiten.

Daran werden wir bei unseren zunehmenden Bemühungen zur Nachwuchsgewinnung und zur Fachkräftesicherung offensiv anknüpfen können.“

© ZDB

Dipl.-Oec. Andreas Schmieg, Vizepräsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie:

„Dass der Bau gute Berufsperspektiven mit attraktiven Aufstiegsmöglichkeiten bietet, ist offenbar bei vielen Jugendlichen angekommen. So zeigen die Ergebnisse der Studie, dass besonders die Aufstiegsperspektive Polier bzw. Meister bei Jugendlichen attraktiv ist. In Anbetracht der Tatsache, dass dem Bau aus Altersgründen in naher Zukunft bis zu 20.000 Poliere fehlen werden, ist dies eine erfreuliche Entwicklung. Wir dürfen jedoch in unseren Bemühungen um Nachwuchskräfte keineswegs nachlassen, sondern müssen weiter dort werben, wo sich Jugendliche heute informieren. Und das ist – so zeigt die Studie auch – zu fast 100 Prozent das Internet. Erst danach kommen als Informationsquellen die Schule und Broschüren bzw. Flyer.

Als einen weiteren Pluspunkt können wir verbuchen, dass die Ausbildung am Bau von einer überwältigenden Mehrheit mit „zufrieden“ bis „sehr zufrieden“ beurteilt wird. Auch diesen Aspekt gilt es, in Konzepten zur Nachwuchsgewinnung stärker zu betonen.“

© HDB