Frauen


Aufruf zum Internationalen Frauentag am 8. März 2017


24.02.2017
Der 8. März steht symbolisch für die Erfolge der Frauenbewegung. Unser Leben in Deutschland unterscheidet sich sehr stark von dem unserer Großeltern: Frauen sind rechtlich gleichgestellt mit den Männern. Sie liegen in der Bildung vorn und alle Berufswege stehen ihnen offen. Es gibt mehr Frauen in Führungsfunktionen und mehr Männer, die eine partnerschaftliche Teilung der Erwerbs- und der Familienarbeit wollen.

Gleichzeitig steht der Internationale Frauentag für das, was wir noch nicht erreicht haben. Die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums ist skandalös, auch in unserem Land. Frauen und ihre Kinder sind am stärksten von Armut betroffen. Nicht einmal jede zweite Frau kann langfristig selbst ihren Lebensunterhalt sichern.

Frauen leisten mehr unbezahlte Arbeit und sind überproportional im Niedriglohnbereich beschäftigt. Ihre Leistungen für die Gesellschaft werden nicht angemessen anerkannt. Der diesjährige „Equal-Pay-Day“ am 18. März 2017 markiert das Datum, bis zu dem die Frauen (nach)arbeiten müssen, um durchschnittlich das gleiche Einkommen des Vorjahres der Männer zu erreichen. Liegt die Entgeltlücke derzeit bei 21 Prozent, so ist die Rentenlücke mit über 40 Prozent noch sehr viel größer. Altersarmut in Deutschland ist in erster Linie weiblich.

Weltweit erleben mehr als eine Milliarde Mädchen und Frauen Unterdrückung und Gewalt. Ihnen wird Bildung verweigert und das Recht auf ein eigenständiges Leben. Sie werden geschlagen, zu Sex gezwungen oder in anderer Form misshandelt, meist von Tätern aus ihrem sozialen Umfeld. In vielen Ländern wird die Gewalt an Frauen als „Kavaliersdelikt“ behandelt. Frauenrechte sind Menschenrechte. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, diese Rechte zu verwirklichen!

„WIR verändern“ lautet das DGB-Motto zum 8. März 2017. „WIR verändern“ heißt: Nicht jammernd oder resigniert darauf warten, dass die Politik, die Gewerkschaft oder wer auch immer die Ungerechtigkeit beendet. „WIR verändern“ heißt: Ich setze mich in meinem Betrieb, in meinem Umfeld dafür ein, dass WIR gemeinsame Ziele erreichen:

Soziale Gerechtigkeit und Gleichstellung waren von jeher wesentliche Werte des Internationalen Frauentags. Die ursprüngliche Forderung nach „Brot und Rosen“ gilt nach wie vor. Es sind Symbole für das Lebensnotwendige und das, was das Leben erst lebenswert macht - Schönheit, Musik, Kunst, Bildung, Freundschaft, Muße, Liebe…

„Brot und Rosen“ - diese Symbole tragen unser Engagement das ganze Jahr. WIR alle sind gefordert zu einer Veränderung beizutragen, uns einzusetzen für faire Arbeit und ein gutes Leben!
Herzlichst

Ulrike Laux
Mitglied des Bundesvorstands der IG BAU
Cornelia Janisch
Bundesfrauenvorsitzende der IG BAU