Dachdecker-, Gerüstbauer- und Steinmetzhandwerk


Ausbildung beendet - knapp 1.000 Euro Nachzahlung!


© IG BAU (Frank Duensing)
14.08.2013
Florian H. aus der Nähe von Nienburg, Auszubildender im Dachdeckerhandwerk, kann das unterstreichen. Er hat von seinem Recht Gebrauch gemacht. Am Ende seiner Ausbildung hat er sich an die IG BAU gewandt. Die hat in seinem Auftrag seinen Ausbildungsbetrieb angeschrieben und die richtige Ausbildungsvergütung aus den drei Jahren Ausbildungszeit eingefordert. Mit Erfolg: knapp 1.000 Euro musste der Betrieb Florian nachzahlen.

Möglich ist das weil der Tarifvertrag für die Auszubildenden im Dachdeckerhandwerk die Geltendmachungsfrist so geregelt hat, dass ein Auszubildender am Ende seiner Ausbildung noch seine Rechtsansprüche aus der gesamten Ausbildungszeit einfordern kann.

Florian hatte Glück, dass ein Vertreter der IG BAU schon im ersten Ausbildungsjahr in der Berufsschule auftauchte, die Auszubildenden über ihre Rechte und die IG BAU aufklärte und er Mitglied geworden ist. Daher wusste er von dieser Regelung. Auch der Arbeitgeber wusste: ohne Tarifbindung kein Rechtsanspruch auf 100 Prozent Tariflohn. Deshalb verlangte er nach einer Mitgliedsbescheinigung.

Erst nachdem die IG BAU dem Arbeitgeber die Mitgliedschaft von Florian bescheinigte, erkannte der Arbeitgeber das Recht auf 100 Prozent Tariflohn an. Florian empfiehlt jedem Auszubildenden, sein Recht auf die richtige Ausbildungsvergütung einzufordern und Mitglied der IG BAU zu werden.

Schließlich gibt es nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte für die Auszubildenden. Während der Ausbildungszeit hält man sowieso viel zu oft den Mund, weil man keinen Konflikt will.

Auch Florian machte häufig viele ausbildungsfremde Tätigkeiten. Sagte nichts. Die Prüfung hätte aus seiner Sicht aber besser ausfallen können, wenn der Betrieb sich mehr an den Ausbildungsrahmenplan gehalten hätte.

Doch beim Geld bleibt Florian hart: er würde es wieder tun. Er hätte es auch dann gemacht wenn er im Betrieb geblieben wäre.

Allerdings empfiehlt er den fertigen Azubis, den Betrieb nach der Ausbildung zu wechseln, sonst bleibt man zu lange „der Auszubildende“. Florian hat das getan – und fühlt sich in seinem neuen Betrieb richtig wohl.

Ein Beitrag unseres Kollegen Frank Duensing.