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Ausbildungsstart 2014: IG BAU fordert bessere Qualität in der Ausbildung


© IG BAU (Alexander Paul Englert)
Frankfurt am Main, 11.09.2014
Anlässlich des Ausbildungsstarts fordert die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) die Arbeitgeber auf, die Qualität der Berufsausbildung deutlich zu verbessern. „Anstatt das zu lernen, was für ihren Beruf wichtig ist, müssen viele Auszubildende zeitweise Hilfstätigkeiten verrichten“, sagte IG BAU-Bundesvorstandsmitglied Carsten Burckhardt. „Mit Schmalspurausbildungen muss endlich Schluss sein.

Die Wirtschaft schimpft ständig über Fachkräftemangel, tut aber zu wenig dafür, ihrem Nachwuchs wichtige Qualifikationen zu vermitteln– das passt nicht zusammen.“ Auszubildende werden oftmals als billige Hilfskräfte missbraucht, indem sie lediglich Handlangertätigkeiten übertragen bekommen. Bei den Prüfungen fehlen ihnen dann die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten. Ein gelungener Start ins Berufsleben wird ihnen so unmöglich gemacht.

Die IG BAU fordert deshalb insbesondere, dass Auszubildende von qualifizierten, geprüften Ausbildern betreut werden und das an modernen Arbeitsgeräten wie Computern, Maschinen und Werkzeugen. Die Ausbildungsqualität muss mit regelmäßigen Kontrollen und einer engen Abstimmung zwischen Betrieb und Berufsschule gesichert werden. Zudem müssen die Auszubildenden eine faire Vergütung erhalten, die zum Leben reicht. Kosten der Ausbildung wie Arbeitsmaterial und Fahrten zu oft weit entfernten Berufsschulen hat der Arbeitgeber zu tragen. „Immer wieder wird von Seiten der Wirtschaft betont, dass es zu wenige Fachkräfte gäbe, doch gleichzeitig nimmt die Ausbildungsbereitschaft vieler, vor allem großer Betriebe, immer weiter ab. Das ist eine Heuchelei, die unerträglich ist", sagte Carsten Burckhardt.

Die IG BAU macht sich dafür stark, dass Auszubildende in eine feste Beschäftigung übernommen werden. „Nach Ausbildungsende werden viele Azubis vom Betrieb vor die Tür gesetzt. Damit schießt sich die Wirtschaft ins eigene Knie. Denn so mancher ausgelernte Azubi kehrt seiner Branche enttäuscht den Rücken und fehlt, wenn Unternehmen qualifizierte Mitarbeiter suchen“, sagte Burckhardt.

Zur Ausbildungsqualität gehört auch, dass Azubis im Betrieb mitbestimmen können. Die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) vertritt die Interessen der Auszubildenden und jungen Mitarbeiter. Eine JAV kann dann gewählt werden, wenn es einen Betriebsrat gibt und der Betrieb mindestens fünf Arbeitnehmer unter 18 Jahren beziehungsweise Auszubildende unter 25 Jahren beschäftigt. „Die IG BAU unterstützt JAVen und Betriebsräte bei der Vorbereitung der JAV-Wahlen und macht sie fit für ihre Aufgaben“, sagte Burckhardt. In vielen Betrieben werden die JAVen in diesem Oktober oder November für ihre zweijährige Amtszeit gewählt.

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