Bauhauptgewerbe


Baugenehmigungen 2015: Zwar mehr, aber immer noch zu wenig neue Wohnungen


© Wilhelmine Wulff / www.pixelio.de
17.03.2016
Die heute veröffentlichten Baugenehmigungszahlen des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2015 zeigen, dass es zwar aufwärts geht, der notwendige Wohnraum aber auch im vergangenem Jahr bei weitem nicht in ausreichendem Maße auf den Weg gebracht wurde

Zudem muss berücksichtigt werden, dass keineswegs jede genehmigte Wohnung am Ende auch tatsächlich realisiert wird.

Der Anstieg der genehmigten Wohnungen in neu errichteten Gebäuden um 6,7 Prozent setzt zwar die positive Entwicklung der letzten Jahre fort. Dennoch wird bei insgesamt 268.000 im Jahr 2015 genehmigten Wohnungen in neu errichteten Wohngebäuden zu wenig Wohnraum neu geschaffen.

In Mehrfamilienhäusern gab es mit 6,9 Prozent den stärksten Zuwachs. Allerdings reichen die 2015 genehmigten 137.000 Wohnungen bei weitem nicht aus; davon abgesehen, dass zu viele davon im hochpreisigen Segment errichtet wurden.

Durch den starken Anstieg von Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden um gut ein Fünftel auf rund 40.000 erhöhten sich die Baugenehmigen 2015 insgesamt auf 308.700. Die notwendige Mindestzahl von 400.000 fertiggestellten Wohnungen wird damit auch dieses Jahr bei weitem nicht erreicht werden können. Schätzungen gehen von insgesamt knapp 300.000 neuen Wohnungen in 2016 aus.

Mehr wäre aber nötig vor dem Hintergrund des wachsenden Mangels an bezahlbarem Wohnraum gerade in Ballungsgebieten und der gleichzeitig anhaltend hohen Nettozuwanderung. Siehe hierzu auch die AKI 4/2016 vom 10. März zum „Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen“.

Beim Nichtwohnungsbau (Hochbau) hat es eine leicht positive Entwicklung gegeben: Insgesamt wurde 2015 ein um 1,2 Prozent höheres Bauvolumen genehmigt als im Vorjahr. Dagegen gab es im öffentlichen Bau mit einem leichten Rückgang des Genehmigungsvolumens um 0,2 Prozent.

AKI 5/2016