Forstwirtschaft und Naturschutz


Baum des Jahres 2016: Die Winter-Linde


© BDJ / A. Roloff
25.02.2016
Die Stiftung „Baum des Jahres“ hat die Winter-Linde (Tilia cordata) zum Baum des Jahres 2016 auserwählt. Damit wird sie als Baum mit den vielfältigsten Verwendungsmöglichkeiten, der höchsten Wertschätzung und der größten Bedeutung in der Mythologie gewürdigt.

„Linden sind die häufigsten Bäume Deutschlands und Mitteleuropas in Stadt und Landschaft“, sagte der Präsident der Stiftung, Silvius Wodarz. Der Unterschied zwischen Winter- und Sommer-Linde (Tilia platyphyllos), die bereits 1991 „Baum des Jahres“ war, liegt in der Wuchshöhe und der Form der Blätter.

Die Winter-Linde wird etwa 15 bis 25 Meter hoch, Sommer-Linden können eine Höhe von über 40 Metern erreichen. Ihre großen Blätter und ihr hoher Wuchs geben so viel Schatten, dass sie früher häufig an Gerichtsplätzen, Tanzstätten oder kultischen Orten angepflanzt wurden.

Die Blätter der Sommer-Linde sind herzförmig und bis zu zwölf Zentimeter lang. Die der Winter-Linde, auch Kleinblättrige Linde genannt, sind im Umriss fast kreisrund. Die Krone der Winter-Linde hat die Form eines Herzens mit der Spitze nach oben. Der Baumstamm kann mehrere Meter dick werden. Die stärksten Linden sind allerdings die Sommer-Linden, wie zum Beispiel das Riesenexemplar in Heede im Emsland mit 18 Metern Stammumfang. Eine der wohl stärksten Winter-Linden steht bei Rochlitz/Mittelsachsen mit einem Stammumfang von etwa neun Metern.

Die Baumkronen sind ein beliebter Lebensraum von Vögeln, Pilzen und der Laubholzmistel. Das Holz von Winter- und Sommer-Linde ist mit herkömmlichen Mitteln nicht zu unterscheiden. Lindenholz ist hell, weich und relativ leicht. Es ist das beste Schnitzholz.

Die Linde ist auch als Stadtbaum sehr beliebt. Sie ist eine wichtige Bienenweide, zudem sehr anspruchslos und tolerant, was den Standort angeht. Die Bäume haben kaum Krankheiten oder Schäden und erreichen mit bis zu 1000 Jahren ein hohes Lebensalter. Auch in der Naturheilkunde spielen sie eine große Rolle: Aus ihren Blüten werden zum Beispiel Honig, Tee und Umschläge oder Öl hergestellt. Die Linde ist das Symbol der Liebe, der Güte, der Gastfreundschaft und Bescheidenheit. Der häufigste Gasthausname in Deutschland ist mit über tausend Nennungen „Zur Linde“.

Mehr Infos unter Baum des Jahres 2016.

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Ein Beitrag unserer Kollegin Gerlinde Dickert in der IG BAU-Mitgliederzeitschrift "Der Grundstein/Der Säemann" 02/2016.