Medien und Presse


Befristungs-Unwesen knebelt die Beschäftigten


© IG BAU (Alexander Paul Englert)
Frankfurt am Main, 13.06.2014
Anlässlich des internationalen „Tags der Gebäudereinigung“ am kommenden Sonntag, 15. Juni, fordert die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) faire Arbeit für die Beschäftigten. „Bei der Gebäudereinigung geht es nicht nur um die private Haushaltshilfe. Wir reden hier über 550 000 Beschäftigte in zum Teil sehr großen Konzernen. Hohe Arbeitsbelastung bei geringem Lohn ist dabei die Regel“, sagte IG BAU-Bundesvorstandsmitglied Ulrike Laux.

„Kaum einer macht sich Gedanken darüber, unter welchem Zeitdruck Krankenhäuser, Schulen und Büros geputzt werden müssen. Deshalb nutzen wir diesen Tag, um auf die oftmals prekären Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen.“

Im gesamten Bundesgebiet veranstaltet die IG BAU zum „Tag der Gebäudereiniger“ Aktionen. Ziel ist es, die Arbeitssituation der Beschäftigten stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Einen Schwerpunkt bildet dabei der Kampf der IG BAU gegen das Befristungs-Unwesen.

„Die Absicht der Arbeitgeber bei Ketten-Befristungen ist leicht durchschaubar“, sagte Laux. „Wer ständig Angst haben muss, nicht weiter beschäftigt zu werden, hält still – auch, wenn er schlecht behandelt wird.“ In der Branche gibt es so gut wie keine Neueinstellung ohne Befristung.

Der Gesetzgeber hat die Beschränkungen zudem deutlich gelockert, was von den Betrieben missbraucht wird. Es ist inzwischen möglich, befristete Arbeitsverträge innerhalb von zwei Jahren dreimal zu verlängern. Deshalb verwundert es nicht, dass die Zahl der befristet Beschäftigten drastisch steigt. Fast die Hälfte der Arbeitnehmer in den fünf größten Gebäudereinigungsunternehmen ist heute befristet. Vor zehn Jahren war es erst jeder Dritte. Das ist ein Anstieg von mehr als zwölf Prozentpunkten.

„Die Nachteile tragen die Arbeitnehmerinnen“, sagte Laux. „Sie leiden unter Existenzängsten und schleppen sich deshalb sogar krank zur Arbeit. Und sie können ihre Zukunft nicht planen, erhalten kaum eine Kredit und haben Mühe eine Wohnung zu mieten.“

Aber nicht nur die gewerblichen Beschäftigten der Branche leiden unter der Drucksituation. Für die Angestellten in der Gebäudereinigung sieht es nicht viel besser aus. Seit 2002 ringt die IG BAU darum, für sie einen Tarifvertrag abzuschließen. Seit mehr als zehn Jahren erleben die Angestellten, wie sich ihre Arbeitssituation zunehmend verschlechtert.

„Die Arbeit der Angestellten muss dringend tariflich geregelt werden. Derzeit kämpft jeder für sich allein gegen die Zumutungen seines Arbeitgebers. Diese bürden ihren Mitarbeitern immer mehr Aufgaben auf. Der Termin- und Leistungsdruck lässt die Betroffenen an ihre körperlichen und seelischen Grenzen stoßen“, sagte Laux. „Mehr als ein Jahrzehnt ohne Tarifvertrag heißt für viele zudem, dass sich auf der Gehaltsseite nichts tut. Faire Arbeit sieht anders aus.“

Ein Angestellter in der Gebäudereinigung kann etwa mit 2000 Euro im Monat rechnen. Selbst wenn man unterstellt, dass er eine 40-Stunden-Woche hat – was nur selten vorkommt – erhält er damit gerade einmal 13 Euro die Stunde. „Das Gehalt der Angestellten darf nicht länger, vom Wohlwollen des Chefs abhängen, sondern muss klar geregelt sein“, sagte Laux.

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