Junge BAU


Besser mit Betriebsrat und JAV


01.10.2014
Die Qualität der Ausbildung ist weiterhin stark von Berufsziel und Branche abhängig. Das zeigt der DGB-Ausbildungsreport 2014. Während IndustriemechanikerInnen und Industriekaufleute sehr zufrieden mit ihrer Ausbildung sind, klagen angehende Hotelfachleute, KöchInnen, MalerInnen und LackiererInnen sowie FachverkäuferInnen im Lebensmittelhandwerk wie schon in den Vorjahren über miserable Arbeitsbedingungen.

DGB-Bundesjugendsekretär Florian Haggenmiller kritisiert: „Es bleibt unbegreiflich, dass einige Branchen wie etwa das Hotel- und Gaststättengewerbe, der Handel und Teile des Handwerks Jahr für Jahr schlecht abschneiden und trotzdem nichts passiert.“ In den am schlechtesten bewerteten Ausbildungsberufen, zum Beispiel bei den KöchInnen oder den FachverkäuferInnen im Lebensmittelhandwerk, werden zwischen 40 und 50 Prozent der Ausbildungsverträge vorzeitig aufgelöst.

Die jungen Menschen stimmen über die Ausbildungsbedingungen mit den Füßen ab. Missstände müssten schneller erkannt und beseitigt werden. Die DGB-Jugend fordert die Einführung eines Qualitätsmanagements für die duale Ausbildung und mehr AusbildungsberaterInnen bei den Kammern.

Der DGB-Ausbildungsreport 2014 zeigt auch, wie wichtig betriebliche Mitbestimmung für die Qualität der Ausbildung ist. Mehr als 80 Prozent der Auszubildenden, in deren Betrieben es eine Interessenvertretung gibt, waren sehr zufrieden oder zufrieden mit der Qualität ihrer Ausbildung. Zum Vergleich: Von den Jugendlichen in Betrieben ohne Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) oder Betriebsrat sind es nur 61,1 Prozent. Die Interessenvertretung macht den Unterschied. Es gilt: Je stärker die Belegschaft organisiert ist, desto besser seien Qualität und Konditionen der Ausbildung.

Die DGB-Jugend ruft deshalb alle Jugendlichen und Auszubildenden unter 25 auf, sich an den turnusgemäßen JAV-Wahlen ab 1. Oktober zu beteiligen. Alle zwei Jahre werden die JAVen neu gewählt. Gerade einmal 41,3 Prozent der mehr als 18 000 für den Report befragten Auszubildenden haben einen Betriebsrat oder eine JAV in ihrem Unternehmen. Voraussetzung für die JAV-Wahl ist, dass mindestens fünf Wahlberechtigte im Betrieb arbeiten.