Mitbestimmung


Betriebliche Mitbestimmung ausbauen


© IG BAU (Alexander Paul Englert)
04.03.2014
Wer sich für seine und die Rechte anderer einsetzt, braucht oft ein dickes Fell. Das gilt ganz besonders für Betriebsräte, die vonmanchen Chefs bis aufs Blut schikaniert werden. Abmahnungen und Kündigungen, abfällige Kommentare bis hin zur persönlichen Beleidigung, Zimmer ohne Licht und Telefon oder eine Unterbringung im Container weit weg von den Beschäftigten. Wenn es darum geht, Rechte und Ehre von Betriebsräten zu beschneiden und zu beschmutzen, fallen den Unternehmenslenkern immer wieder neue Unverschämtheiten ein.

Gemeinsam mit den Beschäftigten wehrt die IG BAU solche Übergriffe erfolgreich ab.

Mitbestimmung im Betrieb ist eine wichtige, historische Errungenschaft, die wir uns von Niemanden aus der Hand schlagen lassen. Im Gegenteil: Wir müssen die Arbeitnehmerrechte stärken, denn mit zunehmender Globalisierung sehen wir auch hierzulande immer deutlicher die negativen Auswüchse des weltweiten Wirtschaftsaustauschs.

Der Anteil der Beschäftigten, die durch einen Betriebsrat vertreten werden, sinkt. Ein Trend, an dem die Arbeitgeber ihren Anteil haben: Unternehmen verhindern und blockieren die Wahlen oder versuchen, sie anzufechten. Manche Konzerne spielen ihre Standorte gegeneinander aus oder wechseln einfach die Rechtsform, um die Unternehmensmitbestimmung zu torpedieren. Ihr Ziel ist klar: Sie wollen maximalen Profit.

Können sie diesen auf Kosten der Belegschaft steigern, tun sie es. Ausweitung von Werkverträgen, Minijobs, Leiharbeit und Befristungen ersetzen stabile und langfristige Arbeitsbeziehungen. Betriebsräte stören das Vorgehen nur.

Leider bleibt die Politik zu diesem Thema verdächtig ruhig. Ein ausdrückliches Bekenntnis zur Ausweitung der Mitbestimmung fehlt im Koalitionsvertrag. Gleichzeitig wird auf europäischer Ebene ein transatlantisches Freihandelsabkommen verhandelt, dessen Auswirkungen auf die Mitbestimmung völlig unklar sind.

Wir fordern den Ausbau und die Sicherung der Mitbestimmung. Die jetzt anlaufenden Betriebsratswahlen und die Wahl zum Europäischen Parlament am 25. Mai sollte jeder nutzen, um mit seiner Stimme seine Interessenvertreter zu stärken – im Betrieb und in Brüssel.

IG BAU-Bundesvorsitzender Robert Feiger in der Mitgliederzeitschrift "Der Grundstein/Der Säeemann" 3/2014.