Tarife


Bundesrahmentarifvertrag Gartenbau: Tarifverhandlungen gestartet

04.07.2014
Die Tarifvertragsparteien im Gartenbau streben einschneidende Verbesserungen in der Tarifstruktur der Branche an. Erstmals soll ein Bundesrahmentarifvertrag im Gartenbau verhandelt werden. Einen ersten Schlagabtausch lieferten die Tarifkommissionen sich am 2. Juli 2014 in Köln.

Die Bundestarifkommission Gartenbau der IG BAU eröffnete die Verhandlung mit folgenden zentralen Forderungen:

  • Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich auf eine 37 Stundenwoche, um Privatleben und Beruf besser in Einklang zu bringen,
  • 30 Tage Urlaub im Jahr für Alle, dadurch wären alle Regelungen bestehender Rahmensowie Manteltarifverträge der Branche deutlich verbessert und vereinheitlicht,
  • Übernahmegarantie nach der Ausbildung, um Auszubildenden Perspektive und Sicherheit zu bieten,
  • Aufschläge auf die persönliche Entgeltgruppe aufgrund langjähriger Betriebszugehörigkeit,
  • Erleichterung eines beruflichen Quereinstiegs bei gleichwertiger Qualifikation,
  • betriebliche Altersvorsorge,
  • Lohn- und Gehaltsgruppen zu Entgeltgruppen zusammenfassen. Helferinnen und Helfer müssen zukünftig eingruppiert werden.

    Unterschiedliche Tätigkeitsbereiche des Gartenbaus, von Produktion über kaufmännischen Bereich, den handwerklichen Bereich, den Dienstleistungsbereich bis hin zum floristischen Bereich sollen durch die Einführung des Entgeltssystems zusammengeführt werden.

Die Entgelteingruppierung einführen zu können erwies sich am ersten Verhandlungstag erwartungsgemäß unstrittig, hingegen eine Einigung in Fragen der Arbeitszeit, des Urlaubes, der Übernahme von Auszubildenden oder der tariflichen Zusatzrente zu finden, wird sich als sehr viel schwieriger gestalten.

Der nächste Verhandlungstermin zum Bundesrahmentarifvertrag Gartenbau ist Montag, der 27. Oktober 2014.

Faire Arbeit jetzt hat viele Gesichter. So ist eine Ost-Westangleichung der Arbeitszeit im Gartenbau - im Osten gilt derzeit eine Wochenarbeitszeit von teilweise bis zu 41 Stunden, während es im Westen 39 Stunden sind – längst überfällig. Eine Unterscheidung in den Rahmenbedingungen im Gartenbau Ost – West ist seit nunmehr fast 25 Jahren „Deutscher Einheit“ nicht vertretbar.

Die gut aufgestellte Bundestarifkommission der IG BAU braucht die Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben! Bitte informiert sie vom Verhandlungsstand!

Wer noch nicht gewerkschaftlich organisiert ist, sollte das nachholen, um einen Verhand-lungserfolg tatkräftig zu unterstützen und in jedem Fall an besseren Rahmenbedingungen im Gartenbau nach einem Abschluss teilhaben zu können!

Die IG BAU-TeilnehmerInnen an der Auftaktverhandlung.
© Sven Schlickeiser