Tarife


Dachdecker: Auftakt der Tarifverhandlungen

26.06.2014
Am 18. Juni fand in Mainz die erste Verhandlung über die Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen für das Dachdeckerhandwerk statt. Die IG BAU hatte die entsprechenden Tarifverträge fristgerecht zum 31. Juli 2014 gekündigt.

Im Rahmen einer Bundesfachgruppensitzung, unter Beteiligung der Betriebsräte der Branche, hatte die IG BAU bereits im März ihr Forderungspaket geschnürt. Neben der Erhöhung der Einkommen standen berufsspezifische Probleme, wie ein vernünftiger Rentenübergang, altersgerechtes Arbeiten und eine verbesserte Absicherung bei Erwerbsminderung, im Focus der Diskussion.

Mehr als 50 Prozent der gewerblichen Arbeitnehmer im Dachdeckerhandwerk müssen vor ihrem Eintritt in eine Altersrente, Erwerbsminderungsrente in Anspruch nehmen. Allein dieser Fakt macht deutlich, wie hoch die körperliche Belastung im Dachdeckerhandwerk ist.

Die IG BAU sieht hier zukünftig deutlich stärkeren tarifpolitischen Handlungsbedarf. Fachkräfte für das Dachdeckerhandwerk zu gewinnen und sie in der Branche zu halten, wird nur mit klaren Perspektiven für die Beschäftigten gelingen und sollte auch im Interesse der Arbeitgeber sein.

Vor diesem Hintergrund hat die Bundesfachgruppe beschlossen, eine Erhöhung der Einkommen um 5,8 Prozent zu fordern und weitere 0,5 Prozent zur Schaffung eines Innovationsfonds bei der SoKa-Dach, um perspektivisch finanzielle Rücklagen für geeignete Maßnahmen für die Branche zu schaffen.

In der ersten Verhandlung bezeichnete die Arbeitgeberseite die Lohnforderung als zu hoch. Zwar wird die wirtschaftliche Situation der Betriebe als durchaus gut eingeschätzt, allerdings träfe das nicht für die Ertragslage zu. Dabei sei das stärker werdende Vordringen von Klempner- bzw. Zimmererbetrieben schuld, die im Wettbewerb auf das Preisniveau drückten.

Ein Angebot zur Erhöhung der Löhne legten die Arbeitgeber nicht vor.

Zur Forderung nach einem Innovationsfonds erklärten die Arbeitgeber grundsätzliche Gesprächsbereitschaft. Die IG BAU schlug dem ZVDH vor, gemeinsam in den kommenden Jahren Konzepte zur Lösung der einzelnen Problembereiche zu entwickeln.

Die Arbeitgeberseite erklärte, noch internen Diskussions- und Abstimmungsbedarf zu haben. Die Verhandlung wurde auf den 22. Juli vertagt.

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