Tarife


Dachdeckerhandwerk: Verhandlungen vertagt

23.07.2014
Die zweite Tarifverhandlung zur Erhöhung der Einkommen der 80.000 Beschäftigten im Dachdeckerhandwerk endete am 22. Juli ohne verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeberseite.

Die Arbeitgeber bezeichneten zu Beginn der Verhandlung die wirtschaftliche Situation der Betriebe als schlecht. Die Auftragslage ist unbefriedigend, ohne dass Besserung in Aussicht ist und die Ertragslage der Betriebe habe sich verschlechtert. Sie bezeichneten die Forderung der IG BAU - die Einkommen um 5,8 Prozent zu erhöhen - als völlig unrealistisch; eine Erhöhung der Einkommen in diesem Jahr sei nicht umsetzbar.

Diese Position der Arbeitgeber löste seitens der IG BAU völliges Unverständnis aus. Die Wahrnehmung der Kollegen in ihren Betrieben ist eine völlig andere.

Überstunden und Samstagsarbeit sind in ihren Betrieben an der Tagesordnung, ausgebildete Dachdecker werden von vielen Betrieben händeringend gesucht. Oft kann der Arbeitskräftebedarf der Betriebe nicht erfüllt werden.

Nach einer intensiv geführten Diskussion und nach Schilderung der realen Situation in den Betrieben, bot die Arbeitgeberseite abschließend an, die Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen in zwei Stufen - um jeweils 1,3 Prozent mit einer Laufzeit von zwei Jahren - zu erhöhen. Damit hätten sie aber ihren vorgegebenen Spielraum bereits überzogen.

An dem von der IG BAU vorgeschlagenen Innovationsfonds zeigten die Arbeitgeber allerdings Interesse, obwohl sie zwischenzeitlich der IG BAU „Taschenspielertricks“ unterstellten.

Die IG BAU machte deutlich, dass dieses Angebot in keiner Weise eine reale Grundlage für weitere Verhandlungen darstellt. Damit würden die Beschäftigten im Dachdeckerhandwerk von der allgemeinen Lohnentwicklung abgekoppelt.

Die Verhandlung wurde an dieser Stelle unterbrochen. Als Termin für die Fortsetzung wurde der 22. August vereinbart. Die Verhandlung soll in Frankfurt stattfinden.

Mitglied werden


Gut zu wissen