Baustoffindustrie


Den Arbeitsplatz altersgerecht gestalten

Die Betriebsräte aus der Baustoffindustire erfuhren viele nützliche Informationen.
Die Betriebsräte aus der Baustoffindustire erfuhren viele nützliche Informationen. © IG BAU
18.11.2013
Die Diskussionen um den demografischen Wandel und die „Rente mit 67“ sind im vollen Gange. In der Arbeitswelt wird und muss sich einiges verändern. Dieser Meinung waren auch die Teilnehmer der Bundestagung Betriebsräte der Baustoffindustrie, die am vergangenen Freitag und Samstag unter dem Motto „Ältere ArbeitnehmerInnen im Betrieb – Perspektiven und Gestaltungsmöglichkeiten der Betriebsräte“ stand.

Veränderungen der Arbeitsbedingungen insbesondere für ältere Beschäftigte, Förderung personeller Maßnahmen und Personalentwicklung, arbeits- und betriebsverfassungsrechtliche Fragen sowie Organisation des Wissenstransfers zwischen älteren und jüngeren Beschäftigten, das alles sollte zur Sprache kommen.

Impulse, Denkanstöße und weitere Informationen kamen von drei Gastreferenten, die unterschiedliche Aspekte des Themas beleuchteten.

Melanie Hainz, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Bergischen Universität Wuppertal, berichtete über ein Mentorenprojekt in Zusammenarbeit mit Handwerksbetrieben der Region. Hauptmerkmal ist, dass jedem Auszubildenden ein erfahrener Geselle zugeordnet wird, der als spezielle Bezugsperson und Ansprechpartner für den Auszubildenden fungiert. Die Folge: Wissenstransfer und Ausbildungsqualität sind gesichert.

Dass auch die Arbeitgeberseite das Problem erkannt hat und versucht, Lösungen zu finden, zeigte der Vortrag von Jochen Klein. Der Geschäftsführer des Arbeitgeberverbands Zement und Baustoffe stellte ein Schulungs- beziehungsweise Weiterbildungsprogramm für Beschäftigte in der Zementindustrie vor. Vorteil: Dieses wird über Internet angeboten, ist also überall abrufbar. Nachteil: Viele – gerade Ältere – haben Scheu vor diesem Medium, ihnen fehlt oft ein Ansprechpartner im Betrieb, der sie mit dem Programm vertraut macht.

Praxisnahes Handwerkszeug in Form von Gesetzen und Vorschriften gab Rechtsanwältin Martina vom Bruch den teilnehmenden Betriebsräten mit auf dem Weg. „Verlangt von eurem Arbeitgeber einen detaillierten Stellenplan, nutzt die Betriebsversammlungen, sprecht mit euren Kollegen, regt geeignete Maßnahmen an.“ Denn nur so können ältere Arbeitnehmer eine Perspektive im Betrieb bekommen.

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