Mindestlohn


Der Mindestlohn wirkt


21.09.2015
Der gesetzliche Mindestlohn sorgt für bessere Einkommen bei vielen ArbeitnehmerInnen. Nach den aktuellen Zahlen profitieren geringfügig Beschäftigte, Un- und Angelernte sowie AufstockerInnen vom Mindestlohn. Die Bundesagentur für Arbeit geht davon aus, dass die Zahl der Menschen, deren Lohn so niedrig ist, dass sie zusätzlich Arbeitslosengeld-II-Anspruch haben, im laufenden Jahr um rund 60 000 sinkt.

In den Niedriglohnbranchen, wie etwa der Gastronomie, dem Sicherheitsgewerbe oder der Nahrungsmittelproduktion in Ostdeutschland, sind deutliche Lohnzuwächse von bis zu zwölf Prozent zu verzeichnen. Im Rahmen einer DGB-Tagung Mitte September waren sich ExpertInnen aus Gewerkschaften, Politik und Wissenschaft daher einig: Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns ist ein Erfolg.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) resümierte: „Der Mindestlohn wirkt“, es müssten nun nicht mehr Steuergelder aufgewendet werden, um Niedriglohnjobs zu finanzieren.

„Der Mindestlohn kostet keine Jobs“, betonte DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell. Im Frühjahr 2015 seien im Handel und im Gastgewerbe mehr Beschäftigte gemeldet gewesen als ein Jahr zuvor. Auch die Preise seien nur moderat gestiegen. „Löhne rauf, Aufstocker runter, Entwarnung bei Jobs und Preisen“, ist sein Fazit. Zudem sei ein Rückgang der Minijobs zu verzeichnen (siehe Grafik).

Trotzdem gibt es Arbeitgeber, die versuchen, den Mindestlohn zu umgehen. Um die Rechte der Beschäftigten besser zu schützen, fordert Körzell ein Verbandsklagerecht für Gewerkschaften, eine Beweislastumkehr und mehr Personal für den Zoll. Körzell ermunterte ArbeitnehmerInnen, ihren entgangenen Lohn zur Not juristisch einzufordern.

einblick 16/2015

In Deutschland gab es im Juni 2015 rund 198 000 MinijobberInnen weniger als im Vorjahresmonat. Das ist ein Rückgang um vier Prozent, wie aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) zeigen. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um rund 550 000 gestiegen. Das sind 1,9 Prozent mehr als im Juni 2014. Ein Grund für diese positive Entwicklung ist aus Sicht der BA die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro.