Medien und Presse


Die FIFA hat recht – doch sie trägt auch Verantwortung

Ausbeutung auf WM-Baustellen in Katar


© IG BAU (Paul Schimweg)
Frankfurt am Main, 21.03.2014
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hält die heutige Absichtserklärung der FIFA zur Verbesserung der Menschenrechtssituation in Katar nicht für ausreichend. Sie fordert den Verband zu einem eindeutigen Bekenntnis auf, sich aktiv für die Einhaltung von Menschen- und Arbeitsrechten in Gastländern der Fußball-WM einzusetzen.

Der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Dietmar Schäfers, der im Weltverband der Baugewerkschaften (BHI) für die Begleitung von Sport-Großveranstaltungen zuständig ist, sagte:

„Die FIFA hat recht, wenn sie sagt, dass sie keine Gewerkschaft sei. Das heißt doch aber nicht, dass sie keine Verantwortung für die Menschen- und Arbeitsrechte in dem Gastland der Fußball-WM trifft. Die FIFA macht es sich zu einfach, wenn sie angesichts teilweise menschenunwürdiger Zustände in Katar die Augen fest schließt und mit dem Finger auf Staat und Unternehmen zeigt. Sie ist als Organisation für die Vergabe zuständig, und sie hat die Möglichkeiten, die Vergabebedingungen zu gestalten. Sie muss es nur wollen. Die BHI hat der FIFA ein Elf-Punkte-Papier vorgelegt, welche Bedingungen Arbeiter vor Ausbeutung schützen können. In der heutigen Sitzung des Exekutivkomitees fand sich davon nichts wieder. Wir befürchten, dass die Fußball-WM in Katar stattfindet und sich nichts für die drangsalierten Arbeiter getan hat.“