Junge BAU


Die Spielchen sind vorbei


© © IG BAU (Paul Schimweg)
22.04.2013
ANPACKEN für Sicherheit – unter diesem Schlagwort kämpft die Junge BAU für die Übernahme nach der Ausbildung. Die IG BAU hat jetzt eine entsprechende Regelung für den Bau durchgesetzt. Im Interview stellt Robert Feiger, Stellvertretender Bundesvorsitzender der IG BAU, die Inhalte des Abschlusses dar

Robert, 3,2 Prozent mehr Geld, Übernahme nach der Ausbildung und weitere Regelungen sind das Ergebnis der letzten Bau-Tarifverhandlungen. Bist du mit dem Ergebnis zufrieden?
Damit können wir zufrieden sein. Vor allem für die junge Generation konnten wir in den Verhandlungen richtig viel rausholen. Azubis haben künftig nicht nur mehr Geld in der Tasche, sondern ab 2014 auch die Chance auf eine unbefristete Übernahme.

Wie sieht die Regelung konkret aus?
Die Arbeitgeber müssen dem Azubi künftig vier Monate vor Ende der vertraglichen Ausbildungszeit schriftlich mitteilen, ob sie ihn übernehmen. Wenn sie das nicht oder zu spät tun, bedeutet das automatisch einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Zusätzlich wird die betriebsbedingte Kündigung für ein halbes Jahr ausgeschlossen. Eine super Regelung – exklusiv für Gewerkschaftsmitglieder!

Das ist natürlich keine Übernahmegarantie…
… aber das Ergebnis berücksichtigt die Besonderheit in der Branche mit vielen Mittelständlern und Klein- bzw. Kleinstbetrieben. Und die Regelung ist nicht alleine an die Personalplanung gekoppelt. Vor allem haben die Azubis jetzt echte Planungssicherheit.

Denn die Spielchen, die viele Arbeitgeber gespielt haben sind nun vorbei. Es ist künftig nicht mehr möglich den Azubi hinzuhalten. Der weiß jetzt vier Monate vor Ende der Ausbildung, wie es mit ihm in dem Betrieb weiter geht. Bewegt sich der Arbeitgeber nicht, dann bewegt sich der Azubi – nämlich zum Konkurrenzbetrieb.

Wie ist das Thema überhaupt auf die Forderungsliste gekommen? Die Forderung nach Übernahmeregelungen ist ja nicht ganz neu?
Die Junge BAU hat sich in den vergangenen Jahren für dieses Thema stark gemacht. Sie ist in der Tarifkommission sehr entschlossen aufgetreten. Am Ende war allen klar, dass wir die Situation junger Mensch mit Geld-Anreizen alleine nicht verbessern können.
Wir müssen auch an der Qualität der Arbeitsbedingungen etwas verbessern. Die Übernahme ist ein wichtiger Schritt dazu. Weitere müssen folgen.

Wie könnten solche Schritte aussehen?

Die Junge BAU hat sie klar formuliert: zehn Tage Weiterbildungsanspruch, 10 Prozent Risikoaufschlag für befristet Beschäftigte und den Renten-Eeuro, der die Arbeitgeber an den Belastungen unseres Berufsalltags beteiligt. Auch beim Thema Übernahme sind wir noch nicht am Ende der Fahnenstange. Da haben wir noch viel Platz für die Ausweitung auf andere Branchen. Aber wir sind auf einem guten Weg.

Das Interview führte unser Kollege Christian Beck.