Geschichte


Die Wurzeln nicht vergessen

Gedenkfeier am 3. Oktober 2009 in Ruhpolding


© IG BAU (Klaus Gabor)
19.10.2009
Die Forstleute blicken auf eine hundertjährige Geschichte ihrer Interessenvertretung zurück. Der Grundstein dafür wurde damals von den Holzknechten im Chiemgau und Ruppertiwinkel gelegt. Sie gründeten 1908 in Ruhpolding eine Ortsgruppe und traten ein Jahr später dem neu gegründeten Deutschen Landarbeiter-Verband (DLV) bei. Ihnen zu Ehren spendete fünfzig Jahre später die Gewerkschaft Gartenbau-, Land- und Forstwirtschaft ein Holzknechtdenkmal, das von der Gemeinde Ruhpolding errichtet wurde.

Anlässlich beider Jahrestage war das Anlass zum Feiern und für einen Rückblick, der wertvolle Erfahrungen für die Zukunft aufzeigte. Zur Gedenkfeier am 3. Oktober in Ruhpolding hatte der Bezirksverband Oberbayern der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) eingeladen. Der Tag begann mit einem gemeinsamen Fahneneinzug des Vinzenzivereins Ruhpolding, des Maurervereins München-Au und der Melkerfachgruppe Oberbayern in die Pfarrkirche St.Georg und einer heiligen Messe.

Pater Joshy George würdigte die Ziele der Gewerkschaft mit denWorten: „Einheit, Liebe und Zusammenarbeit findet man in einer guten Familie. Die Gewerkschaft ist eine große Familie.“

Um die schützende Hand Gottes zur Bewahrung aller in der Forstwirtschaft Beschäftigten vor schweren Unfällen wurde ebenso gebeten, wie um den Erfolg der Bemühungen aller in der Natur Tätigen. Auch für die verstorbenen und verunglückten Mitglieder der Gewerkschaft
und deren Seelenheil wurde gebetet.

Keimzelle der Arbeiterbewegung
Josef Egger, Vertreter des Vinzenzivereins und derWaldarbeiterschaft Ruhpolding, begrüßte
Die Mitglieder derGewerkschaft, die teilweise von weither angereist waren. Claus Pichler, 1. Bürgermeister der Gemeinde Ruhpolding, hob in seiner Ansprache hervor, dass hier die Keimzelle der Arbeiterbewegung unter den Holzknechten war.

Vor hundert Jahren gab es in Ruhpolding keine Familie, die nicht direkt oder indirekt von der Waldarbeit gelebt hat. Eine Arbeitszeit von 16 Stunden am Tag war normal, und der Arbeitslohn war so gering, dass man davon kaum eine Familie ernähren konnte. Das war Ausbeutung pur. Wen wundert es da, dass alle Holzknechte zusammengehalten haben und zu hundert Prozent Mitglied der Gewerkschaft waren. Dieses solidarische Miteinander war Grundlage der Errungenschaften in der Vergangenheit und ist auch heute eine wichtige Voraussetzung für Erfolge.

Den vollständigen Artikel von Klaus Gabor in der November-Ausgabe 2009 der „Forstlichen Mitteilungen“ gibt’s als Download :

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