Frauen


Drei Länder - ein Ziel

Ulrike Laux (IG  BAU), Brigitte Schulz (Bundesfrauenvorsitzende der GBH), corinna Schärer, Mitglied der Geschäftsführung von Unia
Ulrike Laux (IG BAU), Brigitte Schulz (Bundesfrauenvorsitzende der GBH), corinna Schärer, Mitglied der Geschäftsführung von Unia © Renate Wapenhensch
02.12.2015
Mehr als ein Jahr war seit der gemeinsamen Zukunftskonferenz in Steinbach vergangen. Dennoch konnten die Frauen aus den Gewerkschaften Bau-Holz (GBH) Österreich, Unia, Schweiz und der IG BAU bruchlos an die Diskussion ihrer Zukunftsvorstellungen anknüpfen. „Faire Arbeit – gutes Leben!“ lautet das gemeinsame Ziel. Bei der Strategietagung vom 27. bis 29. November 2015 in Salzburg standen der Wert der Arbeit der Frauen und das Thema Zeit im Mittelpunkt.

Die Kolleginnen der Unia berichteten, dass für sie im Rahmen der Zukunftsdiskussion ihrer Gesamtorganisation diese beiden Themen Priorität haben. Dabei geht es insbesondere darum, den Arbeitsbegriff zu erweitern und auch die unbezahlte Arbeit im Privatbereich in den Fokus zu setzen. Das gleiche Schwerpunkthema haben die IG BAU Frauen für 2016 gewählt.

Nahtlos passt das in die globale Frauenkampagne der BHI (Bau-Holz-Internationale) mit dem Titel „Value women’s work!“. „Überall auf der Welt wird die Arbeit der Frauen geringer geschätzt als die der Männer“, konstatiert Rita Schiavi, Vorsitzende des europäischen Frauenausschusses der BHI. Für den geplanten Aktionstag am 8. März haben die Teilnehmerinnen gleich konkrete Vorschläge zur Umsetzung entwickelt und viele weitere Ideen zur gemeinsamen Arbeit gesponnen.

Die IG BAU-Kolleginnen machten die Belastung der Frauen anhand einer lebenden Skulptur deutlich. Immer mehr berufliche und private Aufgaben werden der „perfekten Frau“ aufgeladen, bis sie unter der Last zusammenbricht. Symbolisch wird sie von Gewerkschafterinnen tanzend befreit.

Für die gastgebende Gewerkschaft referierte Josef Muchitsch, Bundesvorsitzender der GBH und Abgeordneter des Nationalrats, zu fairer Arbeit. Zum Thema Zeit berichtete er von einem Tarifvertrag im Baugewerbe, in dem die GBH zum Ausgleich von Überstunden eine Wahlfreiheit für die Beschäftigten vereinbart hat. Bei den jüngeren Kollegen haben sich fast alle anstatt Bezahlung für Freizeitausgleich entschieden. Ein Beleg dafür, dass zunehmend Männer für eine faire Teilung aller Arbeit zu gewinnen sind. Auch in der Perspektive einer 30-Stunden-Woche als Vollzeit stimmt Josef Muchitsch mit den Kolleginnen überein.

Das sieht Alexandra Strickner, Referentin von attac Österreich, genauso. Ihre Vorstellungen eines guten Lebens, einer Re-Umverteilung von oben nach unten und einer am Gemeinwohl orientierten Wirtschaft decken sich mit den Zielen der Gewerkschafterinnen.

Ermutigt, hochmotiviert und mit etlichen Hausaufgaben fuhren die IG BAU-Frauen nach Hause. Sie freuen sich schon jetzt auf das nächste Treffen in der Schweiz.

Josef "Beppo" Muchitsch, Bundesvorsitzender der GBH (li. im Bild) hat "noch nie am Tag so früh getanzt" © Franziska Stier

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© Renate Wapenhensch
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