Sunrise 2016


Entdecken. Erleben. Entspannen.


© Arndt Götze
27.05.2016
Der zweite Tag des Sunrise Festivals 2016 stand ganz im Zeichen der Workshops. Ob theoretische Hintergrundinformationen, praxisnahe Mitmachangebote oder erkenntnisreiche Erfahrungsberichte: Organisatorin und Bundesjugendsekretärin Natascha Ponczeck hatte für alle Teilnehmer etwas parat.

In der Vormittagsrunde berichteten unter anderem Sebastian Frank, Roman Bühler und Norman Motschiedler über ihre Zeit auf der Walz. Das Reisen als Wandergeselle oder als Fremder, wie sie sich selbst nennen erfordert viele Einschränkungen: man muss ohne Handy reisen, mindestens drei Jahre und einen Tag unterwegs sein, darf seinem Heimatort nicht näher als 50 Kilometer kommen oder für Unterkunft und Transport kein Geld bezahlen. Das bringt auf der anderen Seite aber viele Freiheiten, findet Roman: "durch die Tatsache, das ich nicht einfach eine Kreditkarte an der Hotellobby benutzen darf, gehe ich auf Leute zu, spreche mit ihnen, lerne sie kennen, werde ein Stück mitgenommen oder darf bei ihnen übernachten." . Wie sie darauf kamen, wo es sie hintrieb, was sie dabei erlebten, ob sie auch ans aufhören dachten und wann sie "Einheimische" wurden, sich also niederließen, berichteten sie in einem 60-minütigen Erfahrungsbericht.

In der Mittagspause gab es einen kurzen Workshop zum Thema Verhalten auf Demonstrationen. Wie organisiert man sich, wie verhält man sich bei Eskalationen, was darf getan werden und was wird nicht geduldet? Solche und ähnliche Fragen wurde in einem kurzen Theorieteil und anschließendem Rollenspiel durch praktiziert.

© Arndt Götze
© Arndt Götze
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Am Nachmittag ging es in den Workshops um interkulturelle Kommunikation, Die Ergebnisse der Tarifrunde BHG, die Herausforderung der Mitgliedergewinnung sowie um Flüchtlingsarbeit. Pfarrer Lüdtke berichtete hier von seinen Erfahrungen aus mittlerweile 25 Jahren Arbeitskreis Flüchtlinge in Steinbach. Er sieht dabei viele Parallelen: "Den Flüchtlingen schwappte damals wie heute viel Zorn entgegen, Asyl-Unterkünfte wurden angegriffen und Flüchtlinge verfolgt. Damals waren es Bosnier, heute sind es Syrer." Weihnachten 2013 begann er auf der Krieg in Syrien zu reagieren und organisiere mit circa zehn Helfern erste Maßnahmen. Im Herbst 2015 waren 50 Mitarbeiter, die längst in Arbeitsgruppen und -bereichen aufgeteilt waren. ein Kernstück der Arbeit sind die Paten. Freiwillige Helfer aus der Gemeinde kümmern sich um Neuankömmlinge und helfen ihnen beispielsweise bei Behördengängen oder Arztbesuchen. Eine anderen Arbeitsgruppe kümmert sich dreimal täglich stattfindende Sprachkurse. Finanziert werden die durch die Gemeinde, Stiftungen, die Kirche und Spenden. Deshalb sammelt die Junge BAU auf dem Sunrise Festival 2016 Gelder, damit am Sonntag dem Arbeitskreis Flüchtlinge in Steinbach ein möglichst großer Scheck überreicht werden kann.

Zwischen den Workshops und am Vorabend war Entspannen die Devise. Ob Action und Spaß auf den zahlreichen Actiontools, Sport mit dem Fuß- und Volleyball, Kennenlernen und Relaxen im Grünen: der zweite Tag des Sunrise Festivals bot genügend Zeit zum Erholen. Den abendlichen Partyabend eröffnete gegen 20.00 Uhr die Rockband "Duck or Dove".

© Arndt Götze