IG BAU - die tun was! (2006)


Erkrankungen durch Zecken bei Waldarbeitern steigen

Bezirksverband Oderland organisiert Bildungsveranstaltung


© T. Hoffmann / www.pixelio.de
24.11.2006
Gastgeschenke aus der Natur sind nicht immer eine reine Freude. Lyme-Borreliose wird durch Zecken übertragen und weist bei der Waldarbeiterschaft eine steigende Tendenz auf. Grund genug für den BZV-Oderland eine Bildungsveranstaltung zu organisieren.

Am 29.09.2006 besuchten 37 Waldarbeiter aus den Ämtern für Forstwirtschaft Templin, Eberswalde, Müllrose und Wünsdorf das „Institut für durch Zecken übertragbare Krankheiten e.V.“ in Brieskow- Finkenherd. In einem Rundgang durch die Ausstellungsräume konnten sich die Kolleginnen und Kollegen über die Entwicklungsgeschichte, Verbreitung und Lebensweise von Zecken, über die Krankheitserreger, Symptome und vorbeugende Maßnahmen informieren.

"Allein in Brandenburg wurden im letzten Jahr 2313 Erkrankungen gemeldet. Doch die Dunkelziffer liegt bei 10.000, also weit höher", bilanzierte Dr. Talaska, Mikrobiologe vom Institut für durch Zecken übertragbare Krankheiten. Irreparable Nerven- und Gelenkschäden können durch den Zeckenbiss zurückbleiben. Gerade bei der Ausübung der Forstberufe stellt die Lyme-Borreliose eine nicht zu unterschätzende Gefahr für den Menschen dar, und es sollte Vorsorge getroffen werden.

Zecken halten sich bevorzugt in Laub- und Mischwäldern, an Waldrändern und auf Lichtungen mit Unterholz, Strauchwerk, Farnen oder hochwüchsigen Gräsern auf. Entgegen einer weit verbreiteten Annahme klettern sie nicht auf Bäume, um sich dann auf den Wirt herabfallen zu lassen, sondern werden vom Wirt im Vorbeigehen von den Pflanzen bis zu einer Höhe von maximal 1,50 m abgestreift. Da die Zecken allzu heißes und trockenes Wetter nicht vertragen, ist ein erster Höhepunkt der Zeckenaktivität zumeist im Juni/Juli, ein weiterer im September/Oktober festzustellen. Weitere wissenswerte Informationen finden sich auf den Internetseiten des Institutes für durch Zecken übertragbare Krankheiten.

Bildungsveranstaltungen für Waldarbeiter sind in Brandenburg tarifvertraglich geregelt, deshalb aber noch lange keine Normalität. In Brandenburg sind laut Tarifvertrag Waldarbeiter an 2 Tagen im Jahr für Bildungsveranstaltungen freizustellen, denn nur wer gut informiert ist, kann sich auch schützen.

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