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Erstmals Mindesteinkommen für Erntehelfer


© IG BAU (Paul Schimweg)
Frankfurt am Main, 29.03.2015
Mit der anstehenden Spargelernte beginnt wieder die Saisonarbeit auf dem Land. Erstmals haben sämtliche Erntehelfer Anspruch auf ein Mindesteinkommen. Den entsprechenden Mindestentgelt-Tarifvertrag hatte die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) bereits im vergangenen Jahr mit den Arbeitgeberverbänden der Branchen Land- und Forstwirtschaft sowie Gartenbau vereinbart.

Diese Lohnuntergrenze wurde für allgemeinverbindlich erklärt und muss nunmehr von jedem Arbeitgeber eingehalten werden. „Mit dem Mindestentgelt bekämpfen wir Stück für Stück Dumpinglöhne“, sagte der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Harald Schaum. „Jeder Arbeitnehmer, egal ob aus Deutschland oder dem Ausland, hat Anspruch auf die Lohnuntergrenze. Darunter geht nichts.“

Das tarifliche Mindestentgelt beträgt zu Beginn im Westen 7,40 Euro und im Osten 7,20 Euro pro Stunde. Zum Vergleich: Die niedrigste Lohngruppe für Erntehelfer in der Landwirtschaft betrug zuvor in Ost wie West jeweils zehn Cent weniger. Sie galt jedoch nur für tarifgebundene Unternehmen. Das nun vereinbarte Mindestentgelt steigt in mehreren Stufen bis zum November 2017 auf dann bundeseinheitlich 9,10 Euro pro Stunde. Mit der Vereinbarung nutzten die Sozialpartner die im Mindestlohngesetz geregelte Übergangszeit, innerhalb der die Lohnuntergrenze von 8,50 Euro pro Stunde unterschritten werden darf, soweit ein Tarifvertrag dies regelt.

Die IG BAU rät den Beschäftigten, ihre Lohnabrechnungen genau darauf zu kontrollieren, ob sie das Mindestentgelt erhalten. Etwaige Differenzen zu ihren eigenen Aufzeichnungen sollten sie umgehend einfordern. Die Untergrenze gilt auch für sogenannte Stück- oder Akkordlöhne. Zudem haben Langzeitarbeitslose ebenfalls Anspruch auf das Mindestentgelt, ebenso Jugendliche unter 18 Jahren, sofern sie nicht gleichzeitig Schüler sind.