Tarife


Facility Management: Wieder kein verhandelbares Angebot bei SPIE

18.01.2016
Auch in der zweiten Runde der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der SPIE GmbH am 12. Januar in Essen waren die Vertreter des Arbeitgebers nicht bereit, ein ernsthaftes Angebot abzugeben.

Nachdem sie ihr „Angebot“ der letzten Verhandlung von 150 Euro für 2016 und 0,5 Prozent Erhöhung für 2017 nochmals erklärt haben, hat die Verhandlungskommission der IG BAU deutlich gemacht, dass dieses in unseren Augen kein Angebot, sondern eine Missachtung der guten Arbeit der Kolleginnen und Kollegen darstellt.

Wir haben an betrieblichen Beispielen deutlich gemacht, dass sie sehr wohl in der Lage sind, über Zulagen oder andere Vergünstigungen weit über Tarif zu bezahlen. Dieses haben sie als „Einzelfälle“ zurückgewiesen. Aus ihrer Sicht sind sie nicht in der Lage mehr anzubieten, da sie „marktübliche Angebotspreise“ und die Erwartungen der Aktionäre erfüllen müssen.

Was aber in der Diskussion auch deutlich wurde ist, dass die Arbeitgeber überhaupt kein Problem damit haben, die Auswirkungen der vergangenen Managementfehler und Fehleinschätzungen von den Kolleginnen und Kollegen in Form von Arbeitsplatzverlust oder geringster Erhöhung bezahlen zu lassen.

Die Verhandlungskommission der IG BAU hat Entgegenkommen in der Frage der Höhe der Forderung signalisiert sowie die Bereitschaft erklärt, die Altersvorsorge für neu eingestellte Mitarbeiter, die der Arbeitgeber in der Verhandlung wohl gern anrechnen möchte, in die Hände der Betriebsparteien zu legen und dort auch zu belassen.

Zum Schluss hat die Arbeitgeberseite ihr „Angebot“ dahingehend verbessert, dass sie den Einmalbetrag auf 200 Euro erhöht hat. Wahlweise könne man diesen Betrag auch in eine prozentuale Erhöhung umrechnen.

Dies würde 16,66 Euro monatlich oder 0,83 Euro pro Arbeitstag bedeuten. Damit kann noch nicht einmal die Erhöhungen der Tarife der Bahn für die Fahrt zum Arbeitsplatz bezahlt werden. Zum Einstieg in ein 13. Monatsgehalt gab es überhaupt keine Aussage mehr.

Aus Sicht der Verhandlungskommission der IG BAU gab und gibt es auf der Arbeitgeberseite keinen Willen zur Bewegung. Nun sind die Mitarbeiter aufgefordert, das weitere Vorgehen mit der Tarifkommission zu diskutieren und ihren Unmut auch deutlich zu machen.

Die nächsten Verhandlungen finden am 9. Februar in Frankfurt statt.

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