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Fußball-WM 2022 in Katar: Abkommen über Arbeitsschutz für WM-Bauarbeiter


© IG BAU (Paul Schimweg)
Frankfurt am Main, 15.11.2016
Für Tausende Bauarbeiter auf WM-Baustellen in Katar verbessern sich die Arbeitsbedingungen. Die internationale Vereinigung der Bauarbeiter-Gewerkschaften (BHI), in der die IG BAU Mitglied ist, hat heute ein entsprechendes Abkommen mit dem Obersten Ausschuss für die WM in Katar (SC – Supreme Committee for Delivery and Legacy) in Doha unterzeichnet.

„Sportevents auf Kosten der Beschäftigten wollen wir nicht. Lange haben wir auf die gefährlichen Arbeitsbedingungen auf den WM-Baustellen und die unzureichenden Zustände in Unterkünften der Bauarbeiter aufmerksam gemacht. Mit diesem Abkommen bekennen sich die Beteiligten zu ihrer Verantwortung“, sagte der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Dietmar Schäfers, der zugleich Vizepräsident des BHI ist. „Wir wollen als Gewerkschaften intensiv mit den Verantwortlichen vor Ort zusammenarbeiten und die Einhaltung internationaler Standards sicherstellen. Auf diese Weise kann das Abkommen ein Vorbild für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz auch künftiger Sportveranstaltungen werden.“

In der Vergangenheit machten Todesfälle auf WM-Baustellen und unzumutbare Unterkünfte von Bauarbeitern Schlagzeilen. Seit langem kritisieren IG BAU und BHI gefährliche und teils menschenunwürdige Zustände im Zusammenhang mit Baustellen für internationale Turniere.

Im Einzelnen ist in dem nun getroffenen Abkommen unter anderem geregelt, dass Gewerkschaften zusammen mit dem WM-Ausschuss in Katar Arbeitsschutz-Inspektionen auf Baustellen und in Unterkünften durchführen. Gemeinsam werden Schulungen zu Gesundheit und Sicherheit veranstaltet. Zudem bilden die Parteien eine Arbeitsgruppe, um ihre Schritte zu organisieren und zu koordinieren.

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