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Gebäudereiniger-Handwerk: Ab 1. Januar gibt’s 10 Euro in der Stunde


© IG BAU (Alexander Paul Englert)
Frankfurt am Main, 26.12.2016
Mit dem Jahreswechsel überschreiten die Gebäudereinigerinnen und Gebäudereiniger eine wichtige Lohnschwelle. Ab dem 1. Januar 2017 erhalten die Beschäftigten der Branche in der untersten Lohngruppe endlich glatte zehn Euro in der Stunde. „Es ist für uns ein großer Schritt, für den wir lange gekämpft haben.

Vor neun Jahren ist die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit dem Ziel ‚die Zehn-Euro-Marke knacken‘ angetreten. Jetzt endlich ist es soweit“, sagte IG BAU-Bundesvorstandsmitglied Ulrike Laux.

„Die Zehn vor dem Komma hat enorme Symbolkraft. Sie zeigt, dass es sich bei der Gebäuderei-nigung um eine stetig professionalisierende Branche handelt. Uns reicht das aber noch bei Weitem nicht. Erstens liegen wir damit noch immer unter der Niedriglohnschwelle in Deutschland und zweitens müssen wir im Osten schnellstmöglich mit dem Westen gleichziehen. Das wird unsere Agenda in der kommenden Tarifrunde im Gebäudereiniger-Handwerk wesentlich mitbestimmen.“

In der Gebäudereiniger-Tarifrunde im Jahr 2015 war eine Lohnerhöhung in zwei Schritten vereinbart worden. Die zweite Stufe gilt mit dem zwölften Gongschlag an Silvester. Ab dem 1. Januar erhalten alle Innenreinigerinnen und Innenreiniger im Westen zehn Euro pro Stunde statt bisher 9,80 Euro. Diese Lohngruppe 1 ist gleichzeitig der Mindestlohn für die Branche. Im Osten steigt der Lohn zeitgleich zwar überproportional um 35 Cent, landet aber den-noch deutlich unter der Marke von zehn Euro bei 9,05 Euro die Stunde.

Die Forderungen der IG BAU für die kommende Tarifrunde im Gebäudereini-ger-Handwerk werden im Frühjahr 2017 beschlossen. Ein Termin für die Auf-taktverhandlung steht noch nicht fest.