Tarife


Gerüstbau: 3,5 Prozent mehr Lohn

13.02.2014
In der vierten Verhandlung zum Lohn- und Mindestlohntarifvertrag sowie den Ausbildungsvergütungen für das Gerüstbauerhandwerk wurde am 5. Februar ein Ergebnis erzielt: Für die Beschäftigten gibt es insgesamt 3,5 Prozent mehr Lohn.

Vor Beginn der Verhandlung sah es nicht danach aus. Die von Arbeitgeberseite im Vorfeld unterbreiteten Angebote zur Erhöhung der Löhne als auch zur Erhöhung des Mindestlohnes, waren auf Grund ihrer Höhe bzw. der Laufzeit nicht verhandelbar. Darüber hinaus sollten, nach der Vorstellung der Arbeitgeber, die Kollegen im Westen die Angleichung der Löhne Ost an West durch teilweisen Verzicht auf auskömmliche tabellenwirksame Lohnerhöhungen „finanzieren“.

Dieser Punkt führte auch zu Beginn der Verhandlung zu einer heftig geführten Diskussion, da der Angleichungsprozess der Ost- an die Westlöhne bereits im Jahr 2010 tarifvertraglich vereinbart war. Erst nachdem die IG BAU-Verhandlungskommission ein Diskussionsmodell einbrachte, welches der von Arbeitgeberseite angesprochenen schwierigen Situation im Osten Rechnung trägt und nachdem die Kollegen eine angemessene Lohnerhöhung erhalten, konnten die Verhandlungen ergebnisorientiert fortgeführt und am Ende von beiden Sozialpartnern auch erfolgreich abgeschlossen werden.

Das Verhandlungsergebnis im Einzelnen:

Für den Zeitraum vom 1. Oktober 2013 bis zum 28. Februar 2014 erhalten alle Beschäftigten eine Einmalzahlung in Höhe von 230 Euro. Die Auszahlung erfolgt im Mai 2014, mit der Lohnabrechnung April.

Der Bundesecklohn West wird zum 1. März 2014 um 3,5 Prozent auf dann 14,44 Euro erhöht. Der Lohntarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 30. April 2015.

Die Löhne im Tarifbereich Ost werden auf das Niveau West angehoben. Das heißt, es besteht ab 1. März 2014 eine bundeseinheitliche Lohntabelle. Um dem bereits vereinbarten Angleichungsprozess Ost an West Rechnung zu tragen, wurde eine Standortsicherungsklausel Ost vereinbart. Danach kann im Zeitraum vom 1. März 2014 bis 30. April 2015 um bis zu 2,5 Prozent und im Zeitraum vom 1. Mai 2015 bis 30. April 2016 um bis zu 1,25 Prozent von den im Lohntarifvertrag vereinbarten Löhnen durch Betriebsvereinbarung oder wenn kein Betriebsrat besteht, auch einzelvertraglich abgewichen werden. Weitere Regelungen dazu sollen der Beschäftigungssicherungsklausel Ost aus dem Bauhauptgewerbe entnommen werden.

Die bundeseinheitlichen Ausbildungsvergütungen werden zum 1. August 2014 um 3 Prozent erhöht.

Der Mindestlohn erhöht sich ab 1. Mai 2014 um 0,25 Euro auf 10,25 Euro und ab 1. Mai 2015 erhöht sich der Mindestlohn um weitere 0,25 Euro auf 10,50 Euro.

Eine umfassende Regelung zur Arbeitszeitflexibilisierung wird im Tarifvertrag Mindestlohn detailliert aufgenommen.

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