Forstwirtschaft und Naturschutz


Grünes Band der Vernunft: NEIN zur Kommunalisierung

Hunderte Forstleute demonstrierten heute in Potsdam für den Verbleib beim Land


© IG BAU (Ulf Kleipödszus)
Potsdam, 12.11.2015
Anlässlich der Ausschussanhörung zum Leitbildentwurf zur Verwaltungsstrukturreform demonstrierten heute 400 Forstleute in Potsdam und bildeten ein grünes Band der Vernunft um den Landtag. Damit brachten sie ihre Meinung gegen die Pläne einer weitreichenden Kommunalisierung des Forstbereichs ab 2020 zum Ausdruck.

Die Beschäftigten des Landebetriebs Forst Brandenburg (LFB) votieren geschlossen für einen Verbleib im Landesdienst. Sie fordern, in Anlehnung an den einstimmigen Landtagsbeschluss vom 26.06.2014, endlich eine tragfähige Zukunftsperspektive für den öffentlichen Forstsektor zu ermöglichen. Nach den ständigen Forstreformen mit einem drastischen Personalabbau von ca. 70 Prozent der Beschäftigten seit 1993, kann eine weitere Dezentralisierung nicht die Lösung sein.

Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) und die IG BAU informieren als Sachverständige über Folgen der geplanten Reform. Eine Kommunalisierung der hoheitlichen und gemeinwohlorientierten Aufgaben des Landesbetriebes Forst Brandenburg erstreckt sich auf:

im Bereich Hoheit:
- Waldschutz und vorbeugender Waldbrandschutz
- Forstaufsicht
- Rat und Anleitung für Waldbesitzer
- Kontrollstelle für forstliches Vermehrungsgut

im Bereich Gemeinwohl:
- Ausbildung von Forstwirten
- Waldpädagogik
- Fördermittelangelegenheiten
- Monitoring der Waldökosysteme
- Bau und Unterhaltung von Erholungseinrichtungen
- Öffentlichkeitsarbeit
- Schutz, Sanierung und Waldumbau im Landeswald.

Die Vorteile beim Verbleib der Aufgaben im Landesbetrieb liegen auf der Hand. Das qualifizierte Fachpersonal des LFB kann weiterhin aufgaben- und strukturübergreifend eingesetzt werden. Somit ist eine ganzjährige Beschäftigung im Tätigkeitsbereich der Waldarbeit abgesichert. Zudem verfügt der LFB über zentrale Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten. Damit wird eine einheitlich Qualität bei optimalem Einsatz der Fachspezialisten bezogen auf das gesamte Land, wie auf das einzelne Forstrevier garantiert. Der Förster vor Ort ist und bleibt ein kompetenter Ansprechpartner für alle Fragen der Waldbewirtschaftung. Dauerhafte personelle und strukturelle Änderungen in den Beziehungen zu etwa 100.000 Waldbesitzern in Brandenburg sind ein unverantwortliches Großexperiment. Zu den entstehenden Kosten und dem Verlust von Fachkompetenz scheinen zudem beim Innenminister bisher nur vage Vorstellungen zu bestehen.

Notwendig erscheint im Rahmen des angeboten Dialogprozesses vielmehr:
- Eine eigene Fachkonferenz zum Forstbereich, da hier offenbar mit bis zu 800 Beschäftigten eine der größten personellen Betroffenheiten im Rahmen der Funktionalreform entstehen kann.
- Ein fairer Umgang bei Betrachtung aller fachlichen und finanziellen Argumente zur Sicherung einer weiteren hochwertigen Bewirtschaftung des Waldes bei Einhaltung tariflicher Standards.
- Eine mittelfristige Personalkonzeption mit dem Ziel einer deutlichen Personalverjüngung (Einstellungskorridor) und damit der Sicherung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum.

© IG BAU (Ulf Kleipödszus)
Grünes Band der Vernunft um den Landtag in Potsdam © IG BAU (Ulf Kleipödszus)

Grünes Band der Vernunft um den Brandenburger Landtag