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Gut ist nur, was faire Arbeit schafft


© IG BAU (Alexander Paul Englert)
Melsungen, 12.04.2014
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert eine Umkehr in der Arbeitsmarktpolitik. Prekäre Beschäftigung ist inzwischen zur Gewohnheit geworden. „Für viele reicht der Lohn nicht mehr zum Leben. Die Zahl der armen Menschen hat inzwischen ein Rekordhoch erreicht. Fast jeder Sechste lebt in Deutschland in Armut. Das ist in einem der reichsten Länder der Erde ein Skandal“, sagte der IG BAU-Bundesvorsitzende Robert Feiger am Samstag bei der Verabschiedung des IG BAU-Bezirksvorsitzenden für Nordhessen, Helmut Ruckert, in Melsungen.

„Die Politik hat jahrelang prekäre Arbeit begünstigt unter dem Motto: Gut ist, was Arbeit schafft. Das reicht nicht. Für uns ist nur gut, was faire Arbeit schafft von der man leben kann.“

Die IG BAU fordert verbindliche Regeln, um sämtliche Formen von Lohndrückerei zu verhindern. Leiharbeit muss auf maximal zwölf Monate begrenzt werden und vor allem müssen die Beschäftigten bereits vom ersten Tag an ebenso viel verdienen wie ihre festangestellten Kollegen. „Mir bleibt es ein Rätsel, warum nicht vom ersten Tag an gilt: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – selbstverständlich auch für Leiharbeiter“, sagte Feiger.

„Daran gibt es nichts zu rütteln. Wir werden uns dafür einsetzen, bis wir diese Forderung durchgesetzt haben!“ Bei Minijobs ist das ursprüngliche Ziel, Arbeitslosen den Übergang in eine feste, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu erleichtern aus Sicht der IG BAU klar verfehlt. Mehr als sieben Millionen Menschen arbeiten heute in Minijobs. Nicht wenige müssen gleich mehrere ausführen, um über die Runden zu kommen. „In der Großen Koalition gibt es leider kein klares Bekenntnis, dies zu ändern“, sagte Feiger.

„Dabei werden Minijobs häufig auch dazu missbraucht, Mindestlöhne zu umgehen. Die Politik muss deshalb Kontrollen verbessern. Ein wichtiger Schritt wäre, geringfügige Beschäftigung für Arbeitgeber so teuer zu machen, dass die Normalanstellung deutlich attraktiver wird.“ Ziel der IG BAU ist es, dass sozialversicherungspflichtige Vollzeitarbeit wieder die Regel wird.

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