Frauen


Heute für morgen Zeichen setzen

Internationaler Frauentag 2012


13.02.2012
Wo fängt die Gleichstellung von Männern und Frauen an? Sie beginnt an den kleinen Plätzen, dort wo wir leben: In unseren Familien, in den Betrieben, in denen wir arbeiten, in den Schulen und Universitäten, die wir besuchen, in der Politik vor Ort, die wir mitgestalten. Dort suchen wir gleiche Rechte, gleiche Chancen und gleiche Würde ohne Diskriminierung. So lange diese Rechte dort keine Geltung haben, sind sie auch woanders nicht von Bedeutung.

Wenn wir nicht selbst aktiv werden, um diese Rechte in unserem persönlichen Umfeld zu schützen, werden wir vergeblich nach Fortschritten in der weiteren Welt suchen.

Mit ähnlichen Worten hat vor 65 Jahren Eleanor Roosevelt, die Vorsitzende der UN-Menschenrechtskommission, ihre Position zu den Menschenrechten erklärt. Gleichstellung ist ein Menschenrecht und rechtlich schon lange durchgesetzt. Dennoch liegt das Durchschnittseinkommen von Frauen noch immer fast ein Viertel unter dem der Männer, sind Frauen in Führungsfunktionen selten und im Niedriglohnbereich umso häufiger anzutreffen.

Zeichen setzen
Wir brauchen Menschen, die eine echte Gleichstellung wirklich wollen und sich dafür einsetzen. Mutige Frauen, die für ihre Rechte aufstehen und aufrechte Männer, die Diskriminierung verhindern.

  • Betriebsräte haben das Recht, Lohnlisten einzusehen und gleichen Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit einzufordern. Sie können Einfluss nehmen auf betriebliche Aufstiegsmöglichkeiten und Qualifizierung.
  • Beschäftigte haben das Recht, sich gewerkschaftlich zu organisieren und für faire Löhne zu kämpfen. Sie können Einfluss nehmen auf die Tarifverträge und ihre Einhaltung.
  • Eltern haben die Möglichkeit, sich die bezahlte Erwerbsarbeit und die unbezahlten Familienaufgaben zu teilen.
  • Die Abgeordneten im Parlament haben die Pflicht durch Gesetze die Gleichberechtigung von Männer und Frauen zu fördern. Dazu gehören eine individuelle Besteuerung, Mindestlöhne, die Gleichbehandlung aller Arbeitsverhältnisse wie auch gleiche Karrierechancen. Andere Länder zeigen uns, welche Erfolge dabei durch verbindliche Quoten erzielt werden.

Jede und jeder kann an seinem Platz Zeichen dafür setzen, dass Geschlechterstereotype und traditionelle Rollenbilder endlich in die Mottenkiste kommen.

Für morgen
Morgen sollen unsere Töchter die gleichen Berufe haben wie ihre Brüder und genauso viel verdienen. Morgen soll es für die gesellschaftlichen Chancen keine Rolle mehr spielen, ob du als Junge oder Mädchen geboren wirst. Wir wollen eine Gesellschaft, in der Frauen und Männer existenzsichernde Einkommen haben und sozial abgesichert sind bei Krankheit wie auch im Alter, in der die Vereinbarkeit von Beruf und Familie selbstverständlich ist.

Lasst uns für dieses Morgen heute Zeichen setzen!

Bärbel Feltrini