Senioren


IG BAU-Senioren treffen Hubertus Heil

v.li.: Klaus Fuchs, Hubertus Heil, Leopold Pilz und Karl-Heinz Ehrenberg
v.li.: Klaus Fuchs, Hubertus Heil, Leopold Pilz und Karl-Heinz Ehrenberg © IG BAU
20.12.2012
Die Kollegen Leopold Pilz, Klaus Fuchs und Karl-Heinz Ehrenberg vom IG BAU-Bezirksverband Braunschweig-Goslar trafen im Dezember den Stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, Hubertus Heil, um mit ihm zum Thema "Rente muss zum Leben reichen" zu diskutieren.

Herr Heil, wie kann man verhindern, dass Kollegen in unserer Berufssparte in die Arbeitslosigkeit abrutschen, wenn sie es nicht schaffen, bis zum 63. beziehungsweise 67. Lebensjahr zu arbeiten?
Hubertus Heil:
Unser Rentenkonzept sieht vor, dass gerade für Beschäftigte, die bereits heute aufgrund hoher Arbeitsbelastung oder Invalidität nicht bis zum 65. Lebensjahr arbeiten können, der Übergang in das Rentenalter ohne große Einkommensverluste ermöglicht wird.
Dazu gehört eine Verbesserung der Berechnungsgrundlagen zur Erwerbsminderungsrente sowie ein abschlagsfreier Zugang zur Rente nach 45 Versicherungsjahren - ab einem Alter von 63 Jahren wird es in Zukunft möglich sein, ohne Abschläge in Rente zu gehen.

Auch die Einführung der Teilrente ab dem 60. Lebensjahr oder vergleichbare flexible Übergangsmodelle, bei denen auf der Grundlage einer gesetzlichen Regelung Tarifverträge abgeschlossen werden können, könnten das Abrutschen der Kollegen in die Arbeitslosigkeit verhindern. Die Finanzierung erfolgt durch die Beitragsentwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung mittels eines Verzichts auf die Absenkung der Beitragssätze.

Wie haben Sie persönlich abgestimmt, als im Bundestag über die Senkung der Rentenbeiträge entschieden wurde?
Ich habe gegen die Absenkung der Rentenversicherungsbeiträge von 19,6 Prozent auf 18,9 Prozent gestimmt. Die gesetzliche Rentenversicherung ist der falsche Ort, um die Probleme auf dem Arbeitsmarkt dauerhaft zu korrigieren. Ohne gute Arbeit und die Bekämpfung von Erwerbsarmut kann im Ruhestand weder der Lebensstandard gesichert, noch Altersarmut verhindert werden.

Was halten Sie von dem Ansatz der IG BAU, dass die Tarifparteien am Bau für die Beschäftigten ein Übergangsgeld mit staatlicher Unterstützung einführen sollen?
Um das zu beurteilen, kenne ich den IG BAU-Vorschlag zu wenig. Da werde ich mich erst noch informieren. Was ich aber sagen kann ist, dass ich das Rentenmodell des DGB grundsätzlich begrüße. Es ähnelt in vielen Punkten dem Modell der SPD. Ich halte es zudem für richtig, dass die Regelaltersgrenze von 67 Jahren solange ausgesetzt wird, bis 50 Prozent der 60- bis 64-jährigen Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind.

Welche Verbesserungen streben Sie bei der Rente noch an, sollte die SPD nach der Bundestagswahl die Regierung stellen?
Im Falle eines Regierungswechsels will die SPD den Grundstein dafür legen, dass es ein bundeseinheitliches Rentenbemessungssystem in Ost und West geben wird. Unsere Pläne bleiben nicht bei Änderungen in der gesetzlichen Rente stehen, sondern reichen vom Arbeitsmarkt bis zur Verbesserung der betrieblichen Alterssicherung.