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IG BAU engagiert sich für Menschen mit Lese- und Schreibschwäche


© IG BAU (Alexander Paul Englert)
Frankfurt am Main, 08.09.2016
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) macht sich dafür stark, dass funktionaler Analphabetismus in den Betrieben stärker thematisiert wird. „Wer in Deutschland nicht richtig lesen und schreiben kann, gerät gesellschaftlich schnell auf das Abstellgleis. Funktionaler Analphabetismus ist kein Randthema hierzulande.

Die Betroffenen finden – wenn überhaupt – nur schlecht bezahlte Jobs und leiden unter der Angst vor Häme, Spott und Ausgrenzung“, sagte IG BAU-Bundesvorstandsmitglied Carsten Burckhardt anlässlich des heutigen Welttags der Alphabetisierung. „Die IG BAU will das Tabu brechen und vor allem Betriebsräte für das Thema sensibilisieren.“

In Deutschland kann jeder Siebte laut Angaben der UNESCO nicht richtig lesen und schreiben. Diese Grundkenntnisse sind jedoch Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben. Auf ihnen bauen Berufsausbildung und Weiterbildungen auf. Die IG BAU qualifiziert deshalb in Zusammenarbeit mit dem DGB-Projekt MENTO in ihrem Bildungswerk Steinbach Betriebsräte im Umgang mit funktionalen Analphabeten. Damit sind die Betriebsräte in der Lage, auf Betroffene besser zuzugehen.

„Bei der hohen Zahl von berufstätigen funktionalen Analphabeten wird es in nahezu jedem Betrieb Betroffene geben. Arbeits- und Sicherheitshinweise zu lesen, ist für sie eine Herausforderung. Viele leben in der ständigen Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Wir wollen diesen Menschen helfen“, sagte Burckhardt.