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IG BAU fordert Weiterbildungs-Tarifverträge im Handwerk


© IG BAU (Paul Schimweg)
Frankfurt am Main, 24.02.2017
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert bessere berufsbegleitende Qualifizierungen im Handwerk. „Beschäftigte haben ein hohes Interesse, an Weiterbildungen teilzunehmen. Facharbeiter bekommen dazu jedoch zu wenig Gelegenheit.

„Wer Fachkräfte für das Handwerk begeistern und langfristig halten will, muss Bildung und Weiterbildung in die Tarifverträge aufnehmen. Oft scheitern die Qualifikationen an Zeit und Geld. Wir wollen klar für alle Betriebe regeln, dass Beschäftigte ein Recht auf systematische Weiterbildungspläne bekommen, ihnen ausreichend Zeit für Qualifikationen eingeräumt wird und sie am Ende nicht auf den Kosten sitzen bleiben.“

Innovationen verändern die Arbeit im Handwerk in immer dichteren Abständen. Wer auf Qualifizierungen verzichtet, kann schon bald nicht mehr mit dem Stand der Technik mithalten. Facharbeiter sind daher deutlich weniger Bildungsmuffel als Führungskräfte. Sogar das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft ermittelte in seiner „Weiterbildungserhebung“, dass gelernte Kräfte etwa halb so oft auf eine Beteiligung an Weiterbildung verzichten (7,1 Prozent) wie Uniabsolventen (15,3 Prozent). Betriebe stellen demnach keine Angebote, insbesondere, weil sie Freistellungen fürchten. Jedes vierte Unternehmen nennt zudem die Kosten als Angebotshemmnis.

„Beschäftigte müssen auf der Höhe der Zeit bleiben. Berufsbegleitendes Lernen gehört deshalb zum modernen Arbeitsleben dazu. Die Betriebe haben doch selbst ein Interesse daran, dass sie sich über Qualität von den Wettbewerbern abheben“, sagte Schäfers. „Tarifvertragliche Regelungen können sicherstellen, dass die Weiterbildung nicht dem Zufall überlassen wird.“