Medien und Presse


IG BAU fordert faire Verteilung des Wachstums


© IG BAU (Alexander Paul Englert)
Frankfurt am Main, 12.04.2017
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert die Bundesregierung auf, Armut stärker zu bekämpfen. „Deutschland muss fairer werden. Es ist beschämend, dass in einem der reichsten Länder der Welt viele Menschen in Armut leben müssen. Wir brauchen eine deutlich sozialere Politik. Wer jetzt arm ist, dem muss selbstverständlich geholfen werden. Genauso wichtig ist es aber, dem Mittelstand die Angst vor Armut zu nehmen. Gerade am unteren Ende der Mittelschicht ist das Risiko, in Armut zu rutschen zuletzt sogar gestiegen“, sagte der IG BAU-Bundesvorsitzende Robert Feiger anlässlich des heute vom Bundeskabinett beschlossenen fünften Armuts- und Reichtumsberichts.

„Auftrag des Grundgesetzes an die Politik ist es, allen Bürgern ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Damit ist mehr gemeint als der bloße Schutz vor Hunger und Kälte. Wer Armut hierzulande bagatellisiert, indem er etwa die Situation mit der in Entwicklungsländern vergleicht, zeigt damit, wie verroht die oberen Schichten inzwischen sind. Die Dünkelhaftigkeit der sogenannten Eliten hat ein gefährliches Niveau erreicht.“

Der Bericht kommt mit Verspätung, weil er in der Ressortabstimmung noch stark verändert wurde. So wurde nach Angabe des Armutsforschers Christoph Butterwegge die ursprüngliche Aussage ‚hohe Ungleichheit könne das Wirtschaftswachstum dämpfen‘ umformuliert. Nun heißt es, ‚Auswirkungen hoher sozialer Ungleichheit auf das Wirtschaftswachstum sind nicht eindeutig belegt‘.

„Es ist ein Trauerspiel, was die Union in Berlin abliefert. Nach dem Motto: ‚Es kann nicht sein, was nicht sein darf‘ beharren ihre Vertreter auf ihrem überholten Weltbild. Selbst OECD und IWF warnen davor, dass die soziale Unwucht, eine Gefahr für die wirtschaftliche Stabilität bedeutet und fordern die Politik auf, den Wohlstand breiter zu verteilen“, sagte Feiger. „Wachstum darf nicht dazu führen, dass es sich Reiche in ihrer Wohlstands-Hängematte gemütlich machen. Wenn eine Gesellschaft mehr erwirtschaftet, muss das Mehr fair verteilt werden.“

Ihre Ansprechpartner


Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation und Pressesprecher:

Ruprecht Hammerschmidt
Tel.: 069 - 957 37 135
Fax: 069 - 957 37 138
mailto: presse@igbau.de

Mitarbeiterin:
Gisela Dohm
Postanschrift:
IG Bauen-Agrar-Umwelt
- Bundesvorstand -
Pressestelle
Olof-Palme-Str. 19
60439 Frankfurt am Main