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IG BAU fordert gerechte Verteilung für ein stabiles Europa

Europatag


© IG BAU (Alexander Paul Englert)
Frankfurt am Main, 09.05.2017
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mahnt Berlin und Brüssel zu einem Kurswechsel in der Europapolitik. Anlässlich des heutigen Europatags sagte der IG BAU-Bundesvorsitzende Robert Feiger: „Nach der Wahl in Frankreich hat Europa noch einmal eine Chance bekommen.

Wir dürfen sie nicht verspielen. Dazu gehört es, die Gründe für die Wut der Menschen auf Europa und ihre Angst vor der Globalisierung endlich klar zu benennen: Wir erwirtschaften Gewinne im Übermaß. Der Reichtum wird aber nicht gerecht verteilt.“

Die IG BAU fordert ein Ende der völlig überzogenen Sparpolitik in Südeuropa ebenso wie eine gerechte Steuerpolitik und den Stopp der Freihandelsabkommen der EU mit den USA wie auch Kanada, TTIP und CETA. Sozial-, Arbeits- und Umweltstandards dürfen nicht weiter reinen Profitinteressen geopfert werden.

„Elf Millionen Franzosen haben für den Front National und damit gegen Europa gestimmt. Das ist ein Weckruf für eine bessere Politik - auch in Berlin. Deutschland muss Verantwortung übernehmen für eine solide Sozialpolitik in der EU. Es kann Deutschland auf Dauer nicht gut gehen, wenn es seinen Nachbarn schlecht geht. Und auch hierzulande werden Europagegner weiter Zulauf erhalten, wenn weiterhin Wirtschaftsinteressen auf Kosten der Beschäftigten durchgesetzt werden“, sagte Feiger. „Wer das Gerechtigkeitsproblem leugnet und weiter macht wie bisher, ist mitverantwortlich für das Wiedererstarken des Nationalismus, mit allen seinen Gräueln gegenüber Minderheiten und Andersdenkenden. Wir wollen, dass Europa wieder zum Symbol für eine Zukunft in Frieden und Wohlstand für alle wird.“