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IG BAU fordert von Arbeitgebern mehr Respekt für Beschäftigte


© IG BAU (Alexander Paul Englert)
Frankfurt am Main, 15.06.2017
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert insbesondere von den Ost-Arbeitgebern der Gebäudereinigung mehr Respekt für ihre Beschäftigten. Die Arbeitgeber haben im vergangenen Jahr eine bereits 2011 getroffene Vereinbarung zur Angleichung der Ost- an die West-Löhne bis 2019 ohne sachlichen Grund gekündigt. Anlässlich des Tags der Gebäudereinigung sagte IG BAU-Bundesvorstandsmitglied Ulrike Laux auf der zentralen Kundgebung in Magdeburg:

„Die Arbeitgeber im Osten haben seit 27 Jahren an den Löhnen in der Gebäudereinigung gespart. Immer noch besteht zwischen Ost und West eine Lohnlücke von gut zehn Prozent. Das ist durch nichts zur rechtfertigen, denn der Branche geht es auch im Osten blendend. Die Beschäftigten müssen an der Entwicklung teilhaben. Wer behauptet, im Osten wäre das Leben billiger und deswegen seien niedrigere Löhne vertretbar, kennt die Realität offenbar nicht. Mieten, Lebensmittel, Energie – die Preise dafür haben längst Westniveau erreicht. Deshalb muss endlich Schluss sein mit der Lohndiskriminierung.“

Gebäudereiniger im Osten erhalten einen tariflichen Mindestlohn von derzeit 9,05 Euro die Stunde. Im Westen liegt der tarifliche Mindestlohn dagegen bei 10 Euro. Bereits 2011 hatte die IG BAU mit den Arbeitgebern vereinbart, dass die Löhne bis 2019 angeglichen werden. Die wirtschaftliche Situation der Branche ist heute deutlich besser als kurz nach der Finanzkrise. Dennoch haben die Arbeitgeber die Vereinbarung 2016 einseitig aufgekündigt.

Die Beschäftigten fühlen sich verraten. Sie erkennen, dass die Vereinbarung wohl von Anfang an nicht ernst gemeint war und nur dazu dienen sollte, den Unmut über die Ungleichbehandlung zu besänftigen. Der Wortbruch hat das Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Arbeitgeber stark beschädigt.

Die Vorsitzende der IG BAU-Bundesfachgruppe für die Gebäudereinigung, Inge Bogatzki, sagte: „Ich will und ich kann es nicht mehr hören: ‚Ossi‘ und ‚Wessi‘. Schluss damit! Wir sind ein Deutschland. Deshalb ist mir die Angleichung bis 2019, wie es bereits vereinbart war, so wichtig.“

Derzeit laufen die Tarifverhandlungen für das Gebäudereiniger-Handwerk. Die IG BAU will die Branche aus dem Niedriglohnsektor führen und fordert neben der Angleichung Ost-West einen Euro mehr pro Stunde und den Einstieg in ein Weihnachtsgeld. Die Anhebung ist notwendig und realistisch. Bereits heute zahlen viele Betriebe ihren Beschäftigten mehr, weil sie anders keine Mitarbeiter finden. Zudem will die IG BAU verhindern, dass die Branche von dem Wohlstand anderer abgekoppelt wird.

Die Kunden der Gebäudereinigungs-Betriebe sind bereit, für zuverlässige und gute Arbeit mehr zu bezahlen. Sie legen Wert auf Qualität und Hygiene in ihren Häusern. Dumpinglöhne in der Reinigung passen nicht zum Image der Unternehmen und die öffentliche Hand trägt Verantwortung - für vernünftige Löhne, von denen man leben kann und für den ordentlichen Zustand von Schulen, Behörden und Krankenhäusern.

„Eine Branche, in der den Beschäftigten in Vollzeit nicht einmal 1000 Euro im Monat zum Leben bleiben ist für ein reiches Land wie Deutschland ein Skandal. Unternehmen machen Gewinn auf dem Rücken der Beschäftigten, aber auch auf Kosten der Steuerzahler. Sie müssen die Aufstocker mittragen und am Ende auch die Renten der Beschäftigten unterstützen. Denn niedrige Einkommen führen zu Mini-Renten unterhalb des Existenzminimums“, sagte Laux, die auch IG BAU-Verhandlungsführerin ist.

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