Medien und Presse


IG BAU kritisiert Pläne der Union als unrealistisch


© IG BAU (Alexander Paul Englert)
Frankfurt am Main, 07.11.2016
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) kritisiert die Pläne der Union, das Rentenalter an die steigende Lebenserwartung zu koppeln. „Jede Anhebung des Rentenalters ist nichts weiter als eine Rentenkürzung. Gerade die jüngere Generation wird davon betroffen sein. Für sie heißt dieser Plan: länger arbeiten für weniger Rente. Das ist nicht die Form von Generationengerechtigkeit, wie wir sie uns vorstellen“, sagte der IG BAU-Bundesvorsitzende Robert Feiger.

„Wir brauchen eine stabile Rente, die den Lebensstandard im Alter sichert. Dafür gibt es vom DGB gute Vorschläge. Arbeitnehmer wollen im Alter ein sicheres Auskommen. Mit dem zusätzlichen Gegenwert einer Kinokarte im Monat für die Beiträge wäre das zu schaffen. Die meisten Beschäftigten sind - anders als die Arbeitgeber - gerne dazu bereit. Die Vorstellung, dass Bauarbeiter bis 67 oder länger arbeiten können, ist völlig unrealistisch. Wer Jahrzehnte körperlich hart schuftet, kann am Ende einfach nicht mehr.“

In den Bauberufen scheiden die Beschäftigten im Durchschnitt mit 58 Jahren aus. Die harte körperliche Arbeit führt zu heftigen Verschleißerscheinungen. Durch die sehr strikten Regeln für die Anerkennung der Erwerbsminderungsrente hat kaum einer eine Chance auf diese Unterstützung. Am Ende müssen die Betroffenen hohe finanzielle Einbußen hinnehmen.

Die IG BAU fordert deshalb eine spezifische Branchenlösung mit vernünftigen Rahmenbedingungen von Politik und Staat. Das von der IG BAU entwickelte „Altersflexi-Modell“ sieht vor, nur noch eingeschränkt arbeitsfähige Bauarbeiter entsprechend ihren Möglichkeiten stundenweise zu beschäftigten. Für die Zeit, in der sie nicht arbeiten, erhalten sie eine Art Lohnersatzleistung und können so gleitend in die Altersrente gehen.