Medien und Presse


IG BAU reißt die Ost-West-Lohnmauer ein


© IG BAU (Paul Schimweg)
Frankfurt am Main, 14.02.2014
Lange sah es so aus, als würden die Tarifverhandlungen im Gerüstbauerhandwerk scheitern. Doch seit dieser Woche ist der Tarifvertrag für die 25 000 Beschäftigten der Branche unter Dach und Fach. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) einigte sich mit den in der Bundesinnung/Bundesverband Gerüstbau organisierten Arbeitgebern auf ein Plus von 3,5 Prozent im Westen ab dem 1. März 2014 sowie eine Einmalzahlung von 230 Euro. Einen Durchbruch gab es in dieser Tarifrunde bei der Ost-West-Angleichung.

Die Tariflöhne im Osten werden ab dem 1. März 2014 auf das Westniveau angehoben. Der Mindestlohn steigt ab 1. Mai 2014 von 10 Euro auf 10,25 Euro und in einem weiteren Schritt ab 1. Mai 2015 um nochmals 25 Cent auf 10,50 Euro.

„Endlich ist es uns gelungen, in der Branche die Lohnmauer einzureißen“, sagte der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Dietmar Schäfers. „25 Jahre nach der Wende war das höchste Zeit und sendet auch ein wichtiges Signal in andere Branchen. Es ist wirklich nicht einfach gewesen, eine Einigung zu erzielen. Ende des vergangenen Jahres stand die Tarifverhandlung auf Messers Schneide. Nicht mehr viel, und sie wäre gescheitert.

Letztlich haben die Sozialpartner nun einen tragfähigen Kompromiss gefunden, der der Situation in der Branche gerecht wird.“ In diesem Fall kam die IG BAU wirtschaftlich schlecht aufgestellten Ost-Betrieben entgegen, indem sie zeitlich und in der Höhe begrenzten Ausnahmen von der Lohnangleichung zugestimmt hat.

Der Lohntarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 30. April 2015. Der Mindest-lohntarifvertrag endet am 30. April 2016.