Gebäudereinigung


IG BAU schlägt 10-Punkte-Programm für „sauberes Krefeld“ vor


Krefeld, 08.05.2015
„Wer in Krefeld saubere städtische Gebäude will, der muss auch saubere Arbeitsbedingungen für die Reinigungskräfte akzeptieren.“ Das hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) gefordert und ein Zehn-Punkte-Programm für die Politik vorgelegt. Mit Blick auf die Neuvergabe der Reinigungsaufträge durch die Stadt am heutigen Freitag verlangte IG BAU-Gewerkschaftssekretär Mahir Sahin insbesondere bei der Arbeitszeit faire Bedingungen für die Beschäftigten:

„Schulen, Kindergärten und Ämter kann man nicht in immer kürzerer Zeit reinigen. Ein Turbo-Putzen in städtischem Auftrag lehnen wir ab.“ Zwar habe die Stadt offene Ohren für das Thema. Jetzt komme es allerdings auf konkrete Schritte an, so Sahin.

Der IG BAU-Bezirksverband Düsseldorf setzt in seinem Zehn-Punkte-Programm auf eine Zusammenarbeit mit der Stadt Krefeld, um die Arbeitsbedingungen der Gebäudereiniger zu verbessern. Neben dem „Turbo-Putzen“ sollen danach auch Entlassungen und Befristungen ausgeschlossen werden. „Für gute Hygienestandards brauchen wir genug Personal“, sagt Mahir Sahin. Im Zehn-Punkte-Plan fordert die IG BAU auch eine Übernahmegarantie für diejenigen Beschäftigen, deren Stelle durch einen Firmenwechsel jetzt in Gefahr sei.

Insbesondere langjährig Beschäftigte sollten „in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen“ werden, heißt es in dem Vorschlag. Außerdem müssten Gewerkschaftsvertreter einen freien Zugang zu den städtischen Reinigungsobjekten haben. Erst im März war Gewerkschaftssekretär Mahir Sahin der Zutritt in eine Krefelder Schule verweigert worden.

„Bei den Arbeitsbedingungen der städtischen Gebäudereiniger hat sich trotz einer breiten öffentlichen Empörung nichts Konkretes getan“, sagt Mahir Sahin. Bei den jetzt neu vergebenen Aufträgen müsse die Stadt die Beschäftigten im Blick haben. Dabei sei die Tarifgebundenheit der Unternehmen ein wichtiger Punkt.

Darüber hinaus lädt die IG BAU zu einem „Runden Tisch“ mit der Stadt Krefeld und der Gebäudereiniger-Innung ein, um die Situation der Gebäudereiniger langfristig zu verbessern. „Ein sauberes Krefeld ist Aufgabe aller“, so Sahin.