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IG BAU sieht in Rente ab 63 Schritt zu mehr Gerechtigkeit


© IG BAU (Alexander Paul Englert)
Frankfurt am, 23.05.2014
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) sieht die Zustimmung des Bundestages zur Rente ab 63 insgesamt positiv. „Vor allem die letztlich geringe Zahl der Ablehnungen zeigt, dass die Kritiker dazu gelernt haben“, sagte der IG BAU-Bundesvorsitzende Robert Feiger.

„Mit dem Ergebnis ist die Regierung einen wichtigen ersten Schritt auf dem Weg zu einer gerechteren Gesellschaft vorangekommen – auch wenn der kleiner ausgefallen ist, als von uns gefordert.“

Die IG BAU setzt sich seit Jahren für Verbesserungen bei der Rente ein. Uneingeschränkt ist die Zustimmung zu dem Rentenpaket daher auch nicht. Insbesondere die kurzfristige Einigung auf einen sogenannten rollierenden Stichtag stößt bei der IG BAU auf Kritik. Mit der Regelung, bei der die letzten zwei Jahre Arbeitslosigkeit vor der Rente nicht auf die 45 Beitragsjahre angerechnet werden, gibt die Regierung unnötig dem Druck der Wirtschaftslobby nach.

„Die Änderung in letzter Minute geht an der Sache vorbei. Wer meint, Beschäftigte melden sich von sich aus mit 61 Jahren massenhaft arbeitslos, kennt die Realität nicht. Freiwillig auf 40 Prozent Netto-Einkommen zu verzichten, kann sich kaum einer leisten“, sagte Feiger. „Die Unternehmen können dagegen ein Interesse daran haben, ihre Belegschaft zu Lasten der Sozialversicherung zu verjüngen. Gerade am Bau gibt es viele Kleinbetriebe, in denen es keinen Kündigungsschutz gibt. Richtig wäre es deshalb, Arbeitgeber zu verpflichten, diese Kosten zu erstatten.“

Zudem vermisst die IG BAU eine ausgeglichene Flexibilisierung des Renteneintritts in dem Reformpaket. „Es reicht nicht, nur für diejenigen, die länger arbeiten wollen, eine Lösung zu schaffen. Viele Baubeschäftigte müssen schon früh aufgeben, weil sie sich kaputt gearbeitet haben. Auch für sie brauchen wir mehr Flexibilität“, sagte Feiger. Die IG BAU hat einen Vorschlag vorgelegt, wie Arbeitnehmern, die am Ende ihres Arbeitslebens nicht mehr in vollem Umfang arbeiten können, ein sicherer und fließender Übergang in die Rente ermöglicht werden kann.