Bauhauptgewerbe


IG BAU unterstützt Rumänen in Not

Carsten Burckhardt (li.) und Dietmar Schäfers (re.) im Gespräch mit den hungernden Bauarbeitern
Carsten Burckhardt (li.) und Dietmar Schäfers (re.) im Gespräch mit den hungernden Bauarbeitern © IG BAU
Frankfurt am Main, 26.06.2014
In Frankfurt am Main sind sechs rumänische Bauarbeiter in den Hungerstreik getreten. Sie machen damit auf ihre verzweifelte Lage aufmerksam. Seit langem fordern die Rumänen vergeblich von ihrem Arbeitgeber ausstehenden Lohn. Trotz weiter bestehenden Arbeitsvertrags hat sie der Unternehmer unter Androhung von Gewalt von der Baustelle und damit auch aus den Unterkünften geworfen.

Sie übernachten nun vor dem Bauzaun. Solidarische Anwohner lassen die Bauleute wenigstens ihre Duschen und Toiletten mitbenutzen. Die IG BAU unterstützt die Bauarbeiter wo es geht - mit medizinischer Hilfe, Decken, Getränken und natürlich bei der Verhandlung mit dem Arbeitgeber.

„Wie verroht muss man sein, um Menschen erst auf seine Baustelle nach Deutschland zu locken und sie dann ohne Unterkunft, Lebensmittel, Wasser, Geld, Sprachkenntnisse und Hilfe vor die Tür zu setzen. Arbeitgeber, die sich so verhalten, zeigen die Fratze des frühindustriellen Kapitalismus“, sagte der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Dietmar Schäfers. Er machte sich gemeinsam mit IG BAU–Bundesvorstandsmitglied Carsten Burckhardt ein Bild von der Situation.

Burckhardt ergänzte: „Wir hatten gehofft, dass in Deutschland solche Szenen nur noch in Geschichtsbüchern zu sehen sind. Leider gibt es immer mehr zynische Chefs, die ihre Mitarbeiter nicht wie Menschen sondern wie Material behandeln. Schlimm ist, dass es Politiker und Amtsträger gibt, die sich nicht davor ekeln, solchen Typen auch noch die Hand zu geben. Wer derart krass gegen alle moralischen und ethischen Konventionen verstößt, sollte gesellschaftlich geächtet werden."

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