Bauhauptgewerbe


IG BAU vernetzt sich für sicheren Baufahrzeug-Einsatz


© IG BAU (Julian Fath)
02.10.2013
Als der weiße Kleinbus den Rückwärtsgang einlegt, versperren mehrere Fußgänger den Weg – normalerweise eine gefährliche Situation, doch zum Glück handelt es sich hier bloß um eine Demonstration des im Wagen verbauten Rückfahr-Alarmsystems. Als das Vehikel den Fußgängern näher kommt, ertönt ein lautes Zischen, dass vor der drohenden Gefahr warnt – damit bleibt der Menge genug Zeit zum Ausweichen.

Die Vorführung gehört zu einem Treffen, zu dem die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und das „Netzwerk Baumaschinen“ gestern an den Sitz des Bundesvorstands der IG BAU in Frankfurt am Main eingeladen hatten.

Im „Netzwerk Baumaschinen“ hat sich die IG BAU mit Organisationen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen unter Federführung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zusammengetan. Ziel ist es, die Arbeitssicherheit in der Baubranche und den sicheren Einsatz von Baufahrzeugen zu verbessern.

Bei dem Treffen tauschten sich die Teilnehmer über aktuelle Sicherheitssysteme für Baufahrzeuge aus. Wolfram Hell, Bereichsleiter Unfallforschung am Institut für Rechtsmedizin der Uni München, hielt einen Vortrag über Möglichkeiten, Fußgänger und Radfahrer vor Unfällen mit motorisierten Vehikeln zu schützen – insbesondere mit Hilfe optischer und technischer Systeme.

Sowohl Fahrer als auch Fußgänger trügen häufig Mitschuld an Unfällen. „Bei den meisten Verkehrsunfällen gilt: Der Mensch macht die Fehler“, sagte Hell.

Die meisten Unfälle, insbesondere unter Beteiligung langsam fahrender Vehikel, seien vermeidbar – Mithilfe von technischen Alarmsystemen an den Fahrzeugen, durch das Anbringen von Spiegeln an gefährlichen Straßenknoten und viele weitere Maßnahmen.

Doch im Straßenverkehr hätte sich die Gesellschaft daran gewöhnt, dass jedes Jahr tausende Menschen bei Unfällen sterben und schwer verletzt werden. „Wären das zum Beispiel Flugzeugabstürze, dann gäbe es einen Aufschrei“, ist er sich sicher. Es bleibe viel zu tun, um das Bewusstsein für diese Gefahren zu schärfen.

Zur Zeit trifft sich das „Netzwerk Baumaschinen“ zweimal im Jahr, sagte IG BAU-Branchensekretär Alexander Reise, zuständig für Baumaschinisten und Kraftfahrer. Er wünscht sich, dass zusätzlich zu den Aktivitäten des „Netzwerks Bauen“ auch in der IG BAU mehr passiert: Maschinisten, Kraftfahrer und Baugeräteführer ruft Alexander Reise auf: „Vernetzt euch in den Regionen der IG BAU und gründet Arbeitskreise.“

Die IG BAU-Büros unterstützen bei Treffen und helfen beim Vernetzen.

Ein Beitrag unseres Volontärs Julian Fath.