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IG BAU warnt vor Berufsrisiko Haut- und Lungenkrebs


© IG BAU (Paul Schimweg)
Frankfurt am Main, 27.04.2015
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) warnt anlässlich des diesjährigen Workers Memorial Day vor den tödlichen Risiken für Haut und Lunge. „Im Bauhauptgewerbe starben im vergangenen Jahr 105 Menschen. Für die Land-, Forst- und Gartenwirtschaft datieren die letzten Zahlen von 2013.

Insgesamt 160 Beschäftigte kamen in diesen grünen Branchen bei Arbeits- und Wegeunfällen ums Leben. Zudem gedenkt die IG BAU nicht nur der in Deutschland verunglückten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sondern auch der tausenden Verstorbenen in Katar und überall auf der Welt. Sie sind oft Opfer von Zeitdruck und fehlenden Sicherheitsstandards. Jeder dieser Tote ist einer zu viel“, sagte der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Dietmar Schäfers.

„Ungezählt sind jedoch die vielen Menschen, die nicht verunglücken, sondern an schleichenden Giften erkranken und sterben – oft erst Jahre nach Ausscheiden aus ihrem Beruf. Vermeidbare und damit um so schlimmere Gründe sind beispielsweise Rußpartikel in den Abgasen von Bau- und Landmaschinen sowie fehlender UV-Schutz bei der Arbeit im Freien, wie sie in der Land- und Forstwirtschaft wie auch auf Baustellen typisch ist.“

Die IG BAU fordert deshalb eine Rußpartikelfilter-Pflicht, wie sie in Innenstädten seit Jahren für PKW existiert. „Feinste Rußpartikel gelangen tief in die Lunge und führen auf Dauer zu ernsthaften Schädigungen bis hin zu Krebs“, sagte Schäfers. „Betroffen sind zwar vor allem Bauarbeiter, aber auch für Baustellenanwohner und Passanten wird es gefährlich. Die Nachrüstung ist dabei nicht teuer. Es zeigt sich aber leider, freiwillig funktioniert es nicht. Die Regierung muss deshalb dem Schweizer Beispiel folgen und hier eine verbindliche Pflicht zur Nachrüstung zum Schutz von Leben und Gesundheit vorschreiben.“

Seit Anfang des Jahres ist zudem der Helle Hautkrebs als Berufskrankheit anerkannt. Er entsteht durch hohe UV-Belastung gerade bei Arbeiten im Freien. Bedingt durch Nachlässigkeit aber auch durch ein falsches Schönheitsideal von tiefer Bräune ist Hautkrebs heute die häufigste Krebserkrankung. Im vergangenen Jahr wurde bereits bei einer Viertelmillion Patienten Hautkrebs diagnostiziert.

Die IG BAU informiert deshalb mit der „Aktion Hautschutz“ vor den Gefahren, gibt Tipps für den richtigen Schutz und Rat bei der Anerkennung als Berufskrankheit. „Gefordert ist bei UV-Schutz aber nicht nur der einzelne Mitarbeiter“, sagte Schäfers. „Die Arbeitgeber stehen auch hier in der Pflicht für ausreichend Sonnenschutz zu sorgen, etwa durch Bereitstellen von genügend Sonnencreme, UV-Schutzkleidung oder Verlegung der Arbeiten unter freiem Himmel in die Morgen- bzw. Abendstunden.“

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