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IG BAU warnt vor leichtfertigem Umgang mit Arbeitsrisiken


© IG BAU (Paul Schimweg)
Frankfurt am Main, 28.04.2017
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) gedenkt anlässlich des heutigen internationalen Workers‘ Memorial Day der Beschäftigten, die bei ihrer Arbeit verstorben sind, verletzt wurden oder schwer erkrankten. Ein besonders hohes Risiko tragen Beschäftigte in den IG BAU-Branchen Bau- und Landwirtschaft.

„Unfälle und Krankheiten sind oft Folge von vernachlässigtem Arbeitsschutz. Die Gefahren sind bekannt, werden aber nicht ernst genommen. Im Alltag verdrängen viele selbst die offensichtlichen Risiken oder trauen sich nicht, die Einhaltung der Schutzvorschriften beim Chef einzufordern“, sagte der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Dietmar Schäfers.

„Klar ist: Jeder Verstorbene, jeder Verletzte und jeder Erkrankte ist einer zu viel. Wir brauchen eine Kultur des Hinsehens. Es muss selbstverständlich werden, dass der Arbeitsplatz sicher ist.“

Unter dem Motto: „Nicht immer Ja und Amen sagen“ veranstaltet die IG BAU gemeinsam mit dem DGB und der Gemeinde „Berliner Gedächtniskirche“ heute einen zentralen, ökumenischen Gottesdienst.

Erstmals werden auch Vertreter der jüdischen und muslimischen Gemeinde das Gedenken mitgestalten. „Für uns ist es selbstverständlich, dass wir weder auf Nationalität oder Religion der Verunglückten schauen. Denn die Gefahren machen nicht vor Religionen halt“, sagte Schäfers.

„Jeder Beschäftigte kann Bestärkung gut gebrauchen, wenn es darum geht, auch mal ‚Nein‘ zu sagen. Das ist Ziel unserer diesjährigen Überschrift. Denn sobald jemand sieht, dass eine riskante Situation entsteht, braucht er die Kraft, hier die Notbremse zu ziehen und offensiv seinen Schutz und den seiner Kolleginnen und Kollegen einzufordern.“