Frauen


In Memoriam Brunhilde „Bruni“ Hoffmann


© IG BAU
12.01.2017
Bruni Hoffmann war ab 1991 bis 2005 die zweite Bundesfrauensekretärin der Baugewerkschaft. Sie war eine Kämpferin für soziale Gerechtigkeit und für Frauenrechte. Besonders die unterprivilegierten Kolleginnen lagen ihr am Herzen. Die Frankfurter Rundschau bezeichnete sie in einem Artikel mal als die „Jeanne d’Arc der Putzfrauen“. Bruni empfand das als Ehrentitel.

Auch während ihrer Altersteilzeit und als Rentnerin war sie noch aktiv, klärte Berufsrückkehrerinnen in Kursen der Arbeitsamtsagentur über die Problematik von Minijobs auf.

Außerhalb der IG BAU engagierte sie sich über Jahrzehnte in zahlreichen Funktionen innerhalb der SPD und in der Spurensuche in ihrem Heimatort Ober-Erlenbach. Beispielhaft dokumentierte sie das Schicksal jüdischer Familien während der Nazizeit.

Im Jahr 2007 erhielt sie insbesondere für diese wichtige geschichtliche Aufarbeitung, aber auch insgesamt für ihr zahlreiches ehrenamtliches Engagement zu dem neben der Politik auch die Arbeiterwohlfahrt und Pro Familia gehörte, das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Bruni war 71 Jahre alt, als sie am 24. Dezember 2016 starb. Trotz langer schwerer Krankheit war sie optimistisch. Als im November eine große Operation anstand, schrieb sie an Ihre Freunde: „Aber ich bin - wie immer – recht zuversichtlich und habe das notwendige Gottvertrauen und meine positive Einstellung. Et is immer noch jut jejange – hätten meine lieben Eltern gesagt. Und wenn es nicht klappt, dann muss ich halt mit dem derzeitigen Zustand zufrieden sein – geht auch, wenn auch nicht so einfach. Hauptsache ist, ich lebe noch ein paar Jährchen.“ Das war ihr leider nicht vergönnt.

Bruni Hoffmann war eine Gewerkschafterin, die ohne Berührungsängste auf Menschen zugehen konnte, warmherzig, gradlinig, offen und absolut kollegial. Sie war beliebt und wurde von vielen Kolleginnen und Kolleginnen auch für ihr Fachwissen geschätzt. In der Frauenpolitik der IG BAU hat sie Spuren hinterlassen, die bleiben werden.

Ein Nachruf unserer Kollegin Sylvia Honsberg.