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Internationaler Frauentag: Frauen verdienen Unabhängigkeit


© IG BAU (Alexander Paul Englert)
Frankfurt am Main, 07.03.2014
Eine langfristige und eigenständige Existenzsicherung von Frauen fordert die IG BAU aus Anlass des Internationalen Frauentags am 8. März. „Frauen verdienen finanzielle Unabhängigkeit“, erklärt Ulrike Laux, die im IG BAU Bundesvorstand für die Frauenpolitik verantwortlich ist. Das traditionelle Bild der Hinzuverdienerin stimme längst nicht mehr.

Zunehmend müssten Frauen von ihrem Einkommen nicht nur sich, sondern auch ihre Kinder oder die ganze Familie ernähren. „Dafür reichen Minijobs und Niedriglöhne nicht“, stellt sie fest. „Der Hälfte der Frauen in Deutschland ist es langfristig nicht möglich, ihren Lebensunterhalt aus ihrer Erwerbstätigkeit zu sichern. Sie ist angewiesen auf den Partner als Versorger oder auf staatliche Unterstützung“, stellt Ulrike Laux fest. Eine wesentliche Ursache liegt in der ungleichen Verteilung der Erwerbsarbeit und der unbezahlten Familienarbeit. Dazu komme das Lohngefälle zwischen den Geschlechtern, das durchschnittlich noch immer bei 22 Prozent liegt und bei höherer Qualifikation sogar wächst.

Die Erwerbsquote der Frauen ist in den letzten zehn Jahren zwar insgesamt gestiegen. Aber nur gut die Hälfte aller erwerbstätigen Frauen arbeitet in Vollzeit, knapp dreißig Prozent in sozialversicherungspflichtiger Teilzeit und der Rest hat laut Angaben der Deutschen Rentenversicherung nur einen Minijob. Zwei Drittel aller Beschäftigten im Niedriglohnbereich sind weiblich. Dies muss sich ändern. Deshalb erwarten die Gewerkschafterinnen die Förderung unbefristeter, sozial abgesicherter Arbeitsplätze mit Perspektiven. Unter dem Motto „Faire Arbeit – gutes Leben“ machen die IG BAU-Frauen ab dem 8. März mit einem Türanhänger ihre Positionen in Betrieben und in der Öffentlichkeit deutlich. Zu fairer Arbeit gehört für sie ebenfalls die Gleichstellung im Berufsleben: Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit, gleiche Weiterbildungs- und Karrierechancen sowie Mitbestimmung im Betrieb. Ihre Ansprüche richten sich an Arbeitgeber und die Regierung. Sie sind gleichzeitig eine Aufforderung an die Beschäftigten, miteinander für ihre Interessen einzustehen.

Den Vorstoß der Frauenministerin Manuela Schwesig nach einer 32-Stunden-Woche für Eltern unterstützt Ulrike Laux ausdrücklich. „Faire Arbeit ermöglicht einen Einklang von Arbeit und Leben“, erläutert sie die Ziele ihrer Gewerkschaft „Dazu gehören gesunde Arbeitsbedingungen, die Wertschätzung der Arbeit, ausreichend freie Zeit sowie eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen ebenso wie auch für Männer.“