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Kappung des Steuerbonus leistet Schwarzarbeit Vorschub


© IG BAU (Alexander Paul Englert)
Frankfurt am Main, 03.12.2014
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) lehnt eine Beschneidung der steuerlichen Absetzbarkeit von Handwerksleistungen entschieden ab. Das Ziel, die Schwarzarbeit zu bekämpfen, wird verwässert, kritisiert die IG BAU. „Wer die Neureglung mit der damit verbundenen Bürokratie begründet, muss sich nicht wundern, wenn dies von den Bürgern als Aufforderung zur Schwarzarbeit verstanden wird, nach dem Motto: Wenn Kleinbeträge dem Finanzamt zu viel Arbeit machen, nehmen wir ihnen doch die Last ab und erledigen die Reparatur gleich ohne Rechnung“, sagte der IG BAU-Bundesvorsitzende Robert Feiger.

„Am Ende wird diese Regelung Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wohl mehr kosten als er einspart.“ Das Vorhaben ist zudem unsozial. „Vor allem Familien mit wenig Einkommen sind von der Kappung des Steuerbonus für Kleinreparaturen betroffen. Für große Renovierungen fehlt diesen Haushalten das Geld. Sie lassen nur das notwendigste Ausbessern und bleiben meist unter der 300 Euro-Grenze. Reiche können dagegen leicht die Handwerkerrechnung über diesen Sockel treiben und so unter dem Strich billiger wegkommen“, sagte Feiger.

Völlig unverständlich ist für die IG BAU der konstruierte Zusammenhang der Kürzung mit weiteren Anreizen zur energetischen Gebäudesanierung. „Der Ausbau des Klimaschutzes ist wichtig und zu recht ein erklärtes Ziel der Großen Koalition. Die Energieeffizienz muss energisch vorangetrieben werden, damit wir das Ziel erreichen, die CO2-Emissionen 2020 um 40 Prozent gegenüber dem Ausstoß 1990 zu drücken“, sagte Feiger. „Steuerliche Anreize sind dafür ein Weg. Diese dürfen aber nicht - wie jetzt geplant - durch reine Taschenspielertricks finanziert werden. Davon hat keiner etwas.“

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